Bastille, ursprünglich eine für befestigte TFürme und Burgen in Frankreich viel gebrauchte Bezeicham & späterhin beibehalten als Name des zu Paris am Thore St.⸗Antoine belegenen festen Schlosses, welches Karl V. 1370 bis 1383 zum Schutze gegen die as Sia hatte erbauen lassen und welches teils als Staatsgefängnis, teils als Zwingburg gegen Aufstandsversuche der pariser Bevölkerung edient hat. Die B. hatte im allgemeinen die orm eines Rechteckes, dessen Ecken durch starke, auf der obern Plattform mit Geschütz besetzte Türme flankiert wurden; außerdem befanden sich in jeder der beiden langen Seiten noch zwei Türme. Das Ganze Mauer ein tiefer Graben, dessen Böschungen in Mauerwerk bestanden; Außenwerke waren nicht vorhanden. Die Türme enthielten 40 finstere Kerker und 40 unterirdische Verließe (cachots), welche zur Aufnahme von Staatsgefangenen dienten. Ludwig XI. ließ in den cachots eiserne Käfige anbringen, um die Strafvollziehung noch mehr zu verschärfen. Am 14. Juli 1789 morgens 010 bewaffnete Volkshaufen, welche das Invaidenhaus gestürmt hatten, die B. an, sprengten durch das Feuer einiger mitgebrachter Geschütze die Kette der Zugbrücke und erzwangen den Eingang. Das Schloß war nur von 32 Schweizern und 82 Invaliden unter Befehl des Gouverneurs, Marquis de Launay, besetzt, von denen 8, darunter der Gouverneur, 4 andere Denn und 3 Schweizer ermordet wurden. Am folgenden Tage wurde die B. erstört, wobei der größte Teil der dort vorhandenen kten, Aufzeichnungen der Gefangenen u. s. w. verloren gegangen ist. Die geretteten Schriftstücke wurden alsbald veröffentlicht (deutsch 1789 und 1790 in Frankfurt a. M. als „Beiträge zur Geschichte der B.5.. Auf dem Platze, wo früher die B. stand, erhebt sich jetzt die Julisäule, 1840 zum Andenken an die in den Julitagen von 1830 gRallenen Volkskämpfer errichtet. Vgl. La B. devoilées (Par. 1789); Dulaure, «Histoire de Pariso (Par. 1821); Linguet, „Mémoire sur la B.„ (Lond. 1783); (Remarques historiques sur le chàteau de B.v (Par. 1789).