Bihargebirge, die mittlere Gruppe der westl. Randgebirge Siebenbürgens auf der ungar. Grenze, der höchste Teil des eigentlichen Siebenbürgischen Erzgebirges, zwischen den Quellthälern der Weißen und Schnellen Körös, von Körös-Bänya bis Feketetö (Schwarzensee) und Sebes. Die Endkuppe im S. ist die Gajna, im N. der Wledjäßa. Das Gebirge zerfällt durch die Wasserscheide der Schwarzen Körös und des Aranyos in einen südl. und in einen nördl. Abschnitt. Die höchsten Spitzen liegen im südl. Teile. Auf dem B. d Eahnelle die dreifache Körös 4 Schwarze und Szame der Kleine und große Aranyos, der Hev-Szamos (Waron-Szamos). Das B. hat nur wenige und enge Pässe, der Verkehr findet meist auf Saumpfaden statt. Ebenso findet man nur schmale, schluchtenartige Thäler von wildromantischer Schönheit. Das nere des Gebirges ist mit seinen Trachyt⸗, Basalt⸗ , Granit⸗, ½½ und Übergan kalkbergen reich an Erzen und Marmor, an Höhlen und verschwindenden Bächen. Der Kulminationspunkt — der im südl. Teile befindliche Große Kukurbeta von 1844 m, ihm folgt der Kleine Kukurbeta mit 1774 m, dann der Granitberg Bihar von 1656 m Höhe, 70—80 km im SW. von Klausenburg und ebenso weit von Karlsburg. An diesem Berge entsteht der Aranyos (s. d.) mit seinem 45 O. gewundenen Thale. Im nördl. Teile des B. erhebt sich der Wledjäßa von 1843m, [der Botyeßa, der Britschief, der Vervul-Pojenej u. a., alle über 16—1700 m hoch. Das Gebirge wird von einem Schlag Walachen, den sog. Motzen (s. d.), bewohnt, welche, auffallend von ihren Stammverwandten verschieden, kräftig, freiheitstolz und verschlagen sind und sih bloß mit Viehzucht beschäftigen. Unweit der Quelle der Schwarzen Körös und 15 km im NW. vom Bihar liegt in Ungarn der Marktflecken Rez-Bänya mit Silber⸗, Kupfer- und Bleibergwerken; auch leiche daselbst ein Rarkörniger, dem carrarischen gleichender weißer Marmor. In der Nähe ist das Dorf Funaesa mit seiner berühmten, aus vier Abteilungen bestehen⸗ ([den Stalaktiten⸗ und Knochenhöhle. In derselben (Gegend, bei dem Dorfe Kalugyer, liegt die merkwürdige Schwefelquelle Dagado-Forras (d. h. die schwellende Quelle), die von Dezember bis Juli alle n bdeuend mit starkem unterirdischen Brausen eine bedeutende Menge Wassers ausstößt. Das Gebirge ist erst in neuerer Zeit wissenschaftlich durchforscht und vollständig beschrieben worden. Vgl. Schmidl, „Das B. an der Grenze von Ungarn und Siebenbürgen» (Wien 1863), und Joh. Hunfalvy, „Die natürlichen Verhältnisse Ungarnso (Budapest, 1864, in ungar. Sprache).