FeedBakönyerwald
ErdkundeBrockhaus 1882

Bakönyerwald in Ungarn wird der südl. Teil des Höhenzugs genannt, welcher von Gran und Wischegrad an der Donau in südwestl. Richtung sich bis zum Zalathal erstreckt. Die Thalfläche von Moor, welche die Raaber Ebene mit der Stuhlweißenburger verbindet, teilt diesen Höhenzug in wei Hauptgruppen. Die nördlich bis Gran und fen hinziehende Gebirgsgruppe wird Vertesgebirge Laugeve die südliche bildet den B. Dieser hat eine ange von 80—90 km, eine Breite von 30—40 km, bedeckt einen großen Teil der Komitate Veßprim und Zala und säumt das nordwestl. Ufer des Plattensees mit reizenden Weingeländen und höchst malerischen Kegelbergen ein. Die höchsten Berge des B. liegen an der westl. Seite der Wasserscheide, nördlich von Bakony-Bel, wo der Köröshegy eine Höhe von 707 m und der Somhegy eine solche von 800 m erreichen. Früher war der B. die Heimstätte gefürchteter Räuberbanden; seitdem aber breite Landstraßen durch die frühere Wildnis ziehen, sind diese fast ganz verschwunden. Nur die Mitte des B. ist 3000 mit Wäldern, besonders von Buchen und Eichen bedeckt, in welche große Schweineherden zur Mast getrieben werden; die niedrigern Landrücken sind in Ackerland verwandelt, die Abhänge nehmen Wein⸗ und Obstgärten ein, die Thäler sind von vielen Dörfern bevölkert. Die geognost. Versonder des B. bieten viel Interessantes dar. Beonders merkwürdig sind die vielen Basaltberge, vor allem der sich unmittelbar am Ufer des Plattensees erhebende Badacson, an dessen nördl. Seite mächtige Basaltsäulen eine steile Wand bilden. Die Abhänge dieses Bergs sind mit Weinreben bepflanzt, und es wird hier der beste Wein der Platlauer Wen erzeugt. Auch der berühmte Schomlauer Wein wächst auf einem Basaltberge der westl. Seite des B.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 387Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 2

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Erdkunde 6