Cynewulf (Kynewulf), der einzige angelsächs. Dichter, der sich in seinen Dichtungen nennt. In Runen steht sein Name in den Gedichten: «Leben der Julianey, «Elene oder die Auffindung des Kreuzes Christis und endlich in einem Gedicht, welches man früher für eine Hymnensammlung hielt. Dietrich hat jedoch nachgewiesen, daß die Hymnen ein Ganzes bilden und das Werk «Christy oder (Von der dreifachen Ankunft Christis genannt. (S. Haupt's Zeitschrifto, Bd. 9.) Außerdem hat Leo gezeigt (Hallisches Programm 1857), daß das erste der erhaltenen angelsächs. Rätsel als 17 ösung Cynewulfo gibt. Wenn auch die ganze Rätselsammlung sicherlich nicht von einem Verfasser ist, 6 darf man doch einen Teil derselben C. zuschreiben. Neben diesen sicher echten Werken gehört C. noch ein Teil der Dichtung „Gudlace zu (ogl. Charitius in der Zeitschrift Angliav, Bd. 2), vielleicht auch Phoenixy (ogl. Gäbler in der Anglia, Bd. 3). Ohne genügende Conversations-Lexikon. 13. Aufl. IV. Gründe wurden C. zugeschrieben: Andreaso (vgl. ritzsche in der KAngliav, Bd. 2), «Höllenfahrt fahrero, Manna crœftaso, Manna wyrden, (Manna modo, 4Ruinev (vgl. Dietrich, Marburger Proramm 1860 u. 1865; Grein in der KGermania v, d. 10; Rieger in Zachers Jahrbuch Ru deutsche Philologiev, Bd. 1). Üüber C.s Leben ist nichts bekannt; es muß in das 8. Jahrh. fallen; daß er ein Nordhumbrier war, ist nicht erwiesen (ogl. Wülcker in der Anglia, Bd. 1). Früher sah man in ihm den spätern Bischof von Winchester, welcher 1008 starb (ogl. Wright, Biographia Britanica Literaria v, Bd. 1), doch so spät kann der Dichter nicht gelebt haben. Grimm dagegen hält C. für einen Schüler Aldhelms, also ebenfalls im 8. Jahrh. und in Westsachsen lebend. Dietrich, und ihm folgend Grein, nahmen an, daß der Dichter Bischof zu Lindisfarena é (von etwa 737—780) war, dann seinem Amte entsagte und in der Stille sein Leben beschloß. Doch dafür pr man keine Beweise, manches in seinen Werken Eie dagegen. Aus seinen Gedichten ergibt sich: C. lebte im 8. Jahrh., er verbrachte einen Teil seines Lebens in weltlichem Treiben, wohl als fahrender Sänger, damals entstanden seine Rätsel, später ergab er sich einem frommen Leben. Er war nicht ungebildet, wahrscheinlich hatte er eine Klosterschule besucht. Herausgegeben wurden C.s Gedichte von Grein in der 4 Bibliothek der angelsächs. Poesie (Bd. 1 u. 2, Gött. 1857—58). uch lieferte Grein eine übersetzung in den Dichyniatrie (grch.), Lehre von den Krankheiten der Hunde und deren Heilung.