Bilin, berühmter Brunnenort und Stadt an der Biela im böhm. Bezirk Teplitz, in einem schönen Kesselthale, 8 km sudsüdwestit von Teplitz gelegen, Knotenpunkt der Bielabahn (Aussig⸗ Csender Prag-Duxer und der Pilsen-Priesener Eisenbahn, hat ein imposantes Schloß des Fürsten von Lobkowitz mit schönem Park, ist Sitz eines Bezirksgerichts und zählt (1880) 5604 C. Es bestehen hier ein Laboratorium, in welchem durch Vermischung des biliner Sauerbrunnens mit seidschützer und seidlizer Bitterwasser Magnesia gewonnen wird, eine oße fürstl. Löbtowißsche Brauerei, eine Zuckerabrik und zwei Dampfmühlen. In der Umgegend befinden sich mächtige Kalk⸗ und Braunkohlenlager mit bedeutendem Bergbau auf Braunkohle. Die Stadt, seit 1464 in beständigem Besitz der Fursten von Lobkowitz, ist von Basaltfelsen umgeben, unter denen sich besonders der im Vorort Ujesd 546 C.) liegende, 535 m hohe Borzen (Biliner Stein) auszeichnet, ein isoliert stehender Kegel, einer der rößten Phonolithe Mitteleuropas, imposant durch eine Ansicht und mit schönen Fernsichten in die häler Böhmens. Ungefähr 1,3 km westlich von B. liegt der berühmte iliner Sauerbrunnen mit reizenden Parkanlagen, welcher in die Klasse der allali en Mineralwässer gehört und durch seinen Reichtum an Rmneleiropas Natron unter allen Sauerlingen Mitteleuropas den ersten Platz einnimmt. Man zählt vier Quellen, von denen die Rsephsquelle die wietnaldie ist; dann folgen die Karolinen⸗, die Moritz⸗ und die Gemeinquelle. Die vorzugsweise zu Heilzwecken benutzte Josephsquelle hat eine Temperatur von 9,5 R. und enthält in 1000 festen Bestandteilen 30 g Ibtansam Natron, 4 s kohlensauren Kalk, 14 ohlensaure Magnesia, 8 g schwefelsaures Natron, 3,83 g Chlornatrium u. s. w., außerdem noch 25 g freie Kohlensäure. Das Wasser ist rein, hat einen säuerlichen Geschmack und perlt stark, vorzüglich mit Wein und Zucker vermischt. Das Wasser wird ausschließlich zum Trinken benutzt und besonders mit Er olg anewandt gegen Säurebildung im Magen, Magenatarrh, Hamorrhoidalleiden, chronischen Katarr des Nierenbeckens, Blennorrhöe, chronischen Katarrh der Respirationsorgane, chronischen Rheumatismus, Gicht, die Brightsche Krankheit, Skrofulose, Steinleiden. Obgleich ein besonderes Gebäude zur Aufnahme von Brunnengästen errichtet und die Gegend umher durch Kunst verschönert worden, wird doch das Wasser weniger an Ort und Stelle als auswärts getrunken. Besonders wird es in die benachbarten böhm. Badeorte versendet und namentlich in dem Zahl elegenen Teplitz zur Nebenkur gebraucht. Die Zahl der jährlich versendeten Flaschen beläuft sich auf 80100000. Die durch das Abdampfen des biliner Mineralwassers in geschlossenen Gefäßen Iner Paf Salze werden zur ereitung der Biiner Pastillen verwendet, von denen jährlich über 100 000 Schachteln verfandt werden. Vgl. Seiche, «Schilderungen des Sauerbrunnens zu B. v 2. Aufl., Meißen 1855); Löschner, Der Sauerbrunnen zu B. therapeutisch geschilderte (Prag 1859).