FeedBudweis (böhm. Ceské Budéjovice)
ErdkundeBrockhaus 1882

Budweis (böhm. Ceské Budéjovice), freie Bergstadt im österr. Kronlande Böhmen, am Zusammenfluß der hier schiffbar werdenden Moldau mit der Maltsch, an den Linien Wien-Eger und B.⸗Wessely der Franz-Joseph⸗ und an der Linie Linz-B. der Kaiserin-Elisabethbahn, in angenehmer, ebener, +.. — Gegend, ist regelmäßig gebaut, hat rei Vorstädte und zählt (1880) 23845 E. Der große Marktplatz ist ringsum von Bogengängen umgeben und in der Mitte durch einen schönen Springbrunnen geziert. Sehenswert sind besonders von öffentlichen Bauwerken die Domkirche mit freistehendem Glockenturme (um 1550 erbaut), das Rathaus, das städtische Museum, die got. Piaristenkirche mit schönem das Wolt die Wenzlskirche, die Altstädter Kirche, das Volksschulgebäude, das deutsche Vereinshaus, das bürgerliche Brauhaus, das Hohenfurter Haus, die bischöfl. Residenz und das Lanna-Denkmal im Stadtpark. B. ist Sitz eines Bischofs, einer Bezirkshauptmannschaft, eines Kreisgerichts, eines Bezirksgerichts, einer Handels⸗ und Gewerbekammer und verschiedener anderer Behörden. Von Bildungsanstalten befindet sich daselbst ein theol. und pädagogisches Seminar, ein deutsches und ein böhm. Unter⸗ und Obergymnasium, eine deutsche Oberrealschule, deutsche und böhm. Volksschulen und eine deutsche Bürgerschule für Knaben und Mädchen, eine Lehrerbildungsanstalt, eine Musikschule, eine Handels⸗ und eine Gewerbeschule. Die Stadt 5 ein blühender Industrie⸗ und Handelsort. Unter den Fabriken sind besonders die %%5 Etablissements für Steingutwaren und Bleistifte von L. C. Hardtmuth, Zündwaren, dau'ferne Maschinennägel, Maschinen⸗ und Schiffau, ferner eine Holzimprägnierungs⸗ und eine chem. ee dann die Ritter von Lannasche Brettsäge ervorzuheben. Der Handel erstreckt sich hauptsächich auf Getreide, Holz, Stein⸗ und Braunkohlen und Salz. Noördlich überragt das prächtige got. Schloß Frauenberg der Fürsten von Schwarzenberg das Moldauthal. B. wurde 1256 von Ottokar II. Budweis — Die Bezirkshauptmannschaft Budweis hat 1087,50 ꝗkm und zählt (1880) 86 023 meist deutsche E.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 694Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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