Billroth (Theod.), ausgezeichneter Chirurg und Kliniker, geb. 26. April 1829 zu Bergen auf der Insel Rügen, besuchte in Greifswald das Gymnasium, widmete sich dann daselbst sowie zu Göttingen, Berlin und Wien dem Studium der Medizin, wurde 1855 unter Langenbeck Assistent an der chirurgischen Universitätsklinik in Berlin, habilitierte 10 1856 daselbst und folgte 1859 einem Rufe als Professor der Chirurgie und Direktor der chirurgischen Klinik nach Zürich. In gleicher Eigenschaft wurde er 1867 nach Wien berufen. Im Deutsch-Französischen Kriege war B. in den deutschen Lazaretten am Rhein thätig. B. zählt zu den genialsten Chirurgen der Gegenwart, wie er auch auf dem Gebiete der Histologie, der allgemeinen Pathologie und der Kriegschirurgie, iusbgsondere im Hospitalwesen einen Namen sich erworben hat. Unter seinen an Arben zum Teil bahnbrechenden aln Arbeiten, durch welche er alle Gebiete der Chirurgie gefördert hat, sind hervorzuheben: Über den Bau der Schleimpolypeno (BVerl. 2— Untersuchungen über die Entwickelung der Blutgefäße nebst Beobachtungen aus der chirurg. Universitätsklinik zu Berlind (Berl. 1856), „Beobachtungsstudien über Wundfieber und accidentelle Wundkrankheiten (Berl. 1861), «Die allgemeine chirurgische Pathologie und Therapien Berl. 1863; 9. Aufl. 1880), «Chirurgische Klinik. ürich 1860—67. Erfahrungen auf dem Gebiete der praktischen Chirurgies (Berl. 1869), 4Chirur-Ach Klinik. Wien 18685 (Berl. 1870), Chirurgische linik. Wien 1869—705 (Berl. 1872), «Chirurgische Briefe aus den Feldlazaretten in Weißenburg und Mannheim 1870 (Berl. 1872), Untersuchungen über die Vegetationsformen der Coccobacteria septica (Berl. 1874), Uber das Lehren und Lernen der medizin. Wissenschaften an den Universitäten der deutschen Nationo (Wien 1876), 4Chirurgische Klinik. Wien 1871—76, nebst Gesamtbericht über die chirurgischen Kliniken in Zürich und Wien 1860 —76 (Berl. 1879). Ferner schrieb er: «Uber den mntWie der im Felde Verwundeten und Kranten »(Wien 1874), sowie über „Krankenpflege im Haus und im Hospital» (Wien 1880) und gibt mit Pitha heraus: «Handbuch der allgemeinen und speziellen Chirurgie mit Einschluß der topogr. Anatomie, Operations⸗ und Verbandlehre »(Bd. 1—3, Stuttg. 1865—75), sowie mit Lücke Be 1879: „Deutsche Chirurgiev. Auch ist B. von Beginn an (1861) Mitredakteur von Langenbecks «Archiv für klinische Chirurgie ». B.s Leistungen sind auch die zahlreichen Arbeiten seiner Schüler beizuzählen, zu denen er Anregung und Anleitung gegeben hat, wie u Wölflers «über die von Prof. illroth ausgez rten Resectionen des carcinomatösen Pylorus v (Wien 1881), einen Bericht über die Operation des Magenkrebses, welche von B. zum erstenmal mit gamiigem Erfolge ausgeführt wurde.