FeedBismarck-Bohlen
GeschichteBrockhaus 1882

Bismarck-Bohlen (Friedr. Alexander, Graf von), Eatar General der Kavallerie z. D. und Generaladiutant des Kaisers Wilhelm, wurde 25. Juni 1818 auf dem Stammsitze seiner Familie zu Karlsburg in Pommern geboren und im Kadettenkorps erzogen, aus welchem er 1835 als Offizier in das Gar e-Oragonerregiment eintrat. Bereits 1842 wurde B. für die Dauer einer einjährigen Reise zur Dienstleistung bei dem Prinzen Adalbert kommandiert, mit welchem er Brasilien und andere überseeische Länder besuchte; nach der Rückkehr erhielt er auf zwei Jahre Urlaub zum Besuch der Universität Berlin und wurde 1846 dem Prinzen Friedrich Karl rals m dessen Aufenthalt auf der Universität Bonn als militärischer Begleiter beigegeben. In dieser Stellung blieb er bis 1848, wo er zum Regiment zurücktrat. Nachdem 1849 seine Ernennung bern Rittmeister und Schwadronschef erfolgt war, Remn ihn 1853 König Friedrich Wilhelm IV. zur Dienstleistung bei seiner Person und bald abieh wurde er Flügeladiutant. n dieser Stellung blie er bis zum Tode Am. Aud ilhelms IV., sowie bei dem Könige Wilhelm. Im J. 1854 zum Major, 1857 928 Oberstlieutenant befördert, übernahm er 1856 Kommando der Leibgendarmerie und 1858 das des Abielt 1881 das Kommaf wurde 1859 Oberst und erhielt 1861 das Kommando der 5. Kavalleriebrigade in Frankfurt a. O. Im J. 1864 erfolgte seine Beförderung zum Generalmajor. Am Feld⸗ — von 1866 nahm B. im Stabe des Generalommandos des Kavalleriekorps der Ersten Armee und somit an den Gefechten und Schlachten bei Liebenau, Münchengrätz, Gitschin, Königgrätz und Blumenau teil, wurde 1866 zum Kommandanten von Hannover ernannt und wirkte dort unter schwierigen Verhältnissen mit Geschick in versöhnender Weise. Nachdem er noch Ende 1866 zum Generallieutenant ernannt worden, erhielt er 1868 die Stellung des Kommandanten der Haupt⸗ und Residenzstadt Berlin und des Chefs der gesamten Landendarmerie. Während des Deutsch-Französischen riegs war B. vom 14. Aug. 1870 ab Generalgouverneur im Elsaß. B. entwickelte in dieser schwierigen Stellung feinen Talkt und große Energie. Im Aug. 1871 wurde er von dieser Stellung, sowie der des Kommandanten Berlins und Chefs der Landendarmerie entbunden und mit dem Range eines ommandierenden Generals zu den Ofsizieren von der Armee versetzt, sodann 21. Nov. unter Ernennung zum Generaladjutanten des Kaisers zur Disposition gestellt und im März 1873 zum General der Kavallerie befördert.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 101Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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