FeedBose (Jul. Friedr. Wilh., Graf von)
GeschichteBrockhaus 1882

Bose (Jul. Friedr. Wilh., Graf von), preuß. General der Infanterie, geb. 12. Sept. 1809 zu Sangerhausen, war vom J. 1821 ab Page am Hofe zu Weimar, trat 1826 in das preuß. 26. Infanterieregiment ein, wurde 1829 Offizier und besuchte 1832—35 die 5e B.als Kriegsschule. In den J. 1835—52 wurde B. als Adjutant, zuletzt im Generalkommando des 4. Armeekorps, verwendet, war dann nahezu ein Jahr Kompagniechef im 27. Infanterieregiment, wurde 1853 als Major in den Generalstab versetzt und 1858 Chef des Generalstabes des 4. Armeekorps. Nachdem er seit 1860 als Oberst das hohenzoll. Füsilierregiment Nr. 40 befehligt hatte, wurde er 1861 in das Kriegsministerium berufen und vertrat bei den Landtagsverhandlungen als Kommissar mit Energie die Regierung. Zum Generalmajor 1864 befördert, wurde er Kommandeur der 15. Infanteriebrigade, die er im Kriege von 1866 ruhmvoll führte. Er siegte in dem ersten bedeutenden Gefechte am 26. Juni, dem Nachtgefecht bei Podol, wo er, ein Gewehr in der Hand, zu Fuß seinen Truppen zum Sturme voranschritt. Ebenso nahm er mit Auszeichnung an den Schlachten und Gefechten bei Münchengrätz, Königgrätz, Göding und ½ teil. In dem letzten Gefecht des Kriegs, bei Blumenau (s. d.), hatte er den Feind, der in der Front gegen General von Derrele bereits umgangen, als die eintretende Waffenruhe dem Gefecht ein Ende machte. Nach dem Frieden wurde B. zum Generallieutenant und Kommandeur der 20. Division in Hannover befördert und 1869 à la suite des thüring. Infanterieregiments Nr. 31 gestellt. Beim Ausruche des Kriegs gegen rantreich 1870D erfolgte in Anerkennung seiner Tüchtigkeit, mit Übergehung von 14 ältern Generalen, seine Ernennung zum kommandierenden General des 11. Armeekorps. B. wurde jedoch in der Schlacht bei Wörth 6. Aug. zweimal verwundet, sodaß er das Kommando abeben mußte und erst 1871 wieder an die Spitze seines Korps treten konnte. Im J. 1873 wurde B. zum General der Infanterie ernannt und einem Fort der Festung Straßburg sein Name beigelegt; 1876 4 er den Schwarzen Adlerorden und 6. April 1880 wurde er unter Erhebung in den Grafenstand zur Disposition gestellt; er lebt seitdem in Magdeburg.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 363Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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