Bismark (Friedr. Wilh., Graf von), württemb. Generallieutenant und ilitärschriftsteller, geb. 28. Juli 1783 zu Windheim in Westfalen, entstammte dem rhein. Zweige der schönhausenschen Linie des Bismarkschen Geschlechts, nahm bereits 1796 als Kornett hannöv. und 1803 nassauische Dienste. Ein Liebesverhältnis mit der Tochter des Herzogs von Nassau-Usingen, der geschiedenen Landräfin von Hessen-Homburg, veranlaßte Aug. 1804 einen Eintritt in die Englisch-Deutsche Legion, die er 1807 wegen eines Zweikampfes, in dem er seinen Gegner erschoß, verließ. Er trat hierauf in die württemb. Kavallerie ein, nachdem er die Prinzessin von Nassau sch 1. Me hatte. Im Kriege von 1809 zeichnete er sich 1. Mai im Gefecht bei Riedau aus, nahm 1812 an allen Schlachten und Gefechten des Neyschen Korps teil und führte den Rest der württemb. Truppen nach der Heimat zurück. Beim Wiederausbruch der Feindseligkeiten erhielt er das Kommando des 1. Chevauxlegersre iments, mit dem er der Schlacht bei Bautzen, dem Treffen bei Seiffersdorf und der Schlacht bei Jüterbogl beiwohnte. Bei Leipzig gefangen genommen, wurde er, als Württemberg den Verbündeten beigetreten und Prinz Adam das Kommando der Reiterdivision erhalten hatte, dem letztern als Chef des Generalstabes beigegeben, wobei er ein vorzügliches Talent entwickelte, Sadzue Massen Reiterei zu führen. Während des Feldzugs von 1815 war er Generalquartiermeister der Reiterei des damaligen Kronprinzen und wurde als Oberst und Flügeladsutant im April 1816 in den Grafenstand erhoben. Nach dem Regierungsantritt Wilhelms I. wurde er mit der neuen Organisation der Reiterei beauftragt, 1819 zum Generalmajor und Brigadier, 1820 zum Mitgliede der Kammer der Standesherren sowie zum außerordentlichen Gesandten am Hofe zu Karlsruhe und 1825 auch an den Höfen zu Berlin, Dresden und Bemdand ernannt (jedoch mit Beibehaltung des ommandos der Reiterbrigade) und 1830 zum Generallieutenant befördert. Auch fremde Staaten 1826 Dänemark und 1835 Rußland, bedienten sich seiner 55 Erfahrung auf kavalleristischem Gebiete bei Lösung organisatorischer Fragen. Im Herbst 1848 trat er in den Ruhestand. B. starb 18. Juni 1860 zu Konstanz. Von seinen zahlreichen Schriften sind die vorzüglichsten: Vorlesungen über die Taktik der Reitereib (Karlsr. 1818; 3. Aufl. 1826), „Die Elemente der Bewegungskunst eines Reiterregimentso (Karlsr. 1819; 2. Aufl. 1826), 1511686 der Reiterei» (Berl. 1822), Reiterbiblio90 „ (6 Bde., Karlsr. 1825—31), Ideentaktik der eiterei⸗ Gauler. 1829) u. s. w. Seine ——— nungen» (Karlsr. 1847) bieten Rapotrons tteilungen über die letzten Kriege glühender Verehrer er war.