Blattnervatür oder Blattskelett nennt man den Verlauf der Gefäßbündel und der diese gewöhnlich begleitenden Bastbündel in der Blattspreite. Die deutlicher hervortretenden nennt man Nerven, die schwächern dagegen gewöhnlich Adern. Da diese Bündel in den meisten Fällen untereinander anastomosieren, d. h. an manchen Stellen sich vereinigen, so entsteht ein sehr kompliziertes Netzwerk, das den Einflüssen der Verwitterung mehr Widerstand entgegensetzt als die übrigen zartern Teile des Blattes. Deshalb bleibt auch die B. noch lange Zeit als den Len Maschenwerk erhalten, wenn die zwischen den Nerven liegenden Partien schon lange durch Fäulnis zerstört sind. Man kann durch Kochen der Blätter in Kalilauge und nachheriges Auswaschen mit Wasser dasselbe Ziel erreichen, auch hierbei bleibt die festere B. zurück. Ein anderes Verfahren, durch dessen Anwendung man vollkommen schöne und instruktive Präparate erhält, ist folgendes. Man wählt ganz ausgebildete und vollständige Blätter und weicht sie so lange in Regenwasser ein, bis sich das Zellgewebe 00 zwischen den härtern Gefäßbündeln ablöst, welche als Haupt⸗ und Nebenrippen, in der Blattfläche sich ausbreiten. Dieser Fäulnisprozeß erfordert mehrere Wochen und gelingt am besten bei warmer Sommerwitterung. Sind die Weichteile des Blattes vollkommen zersetzt, so entfernt man sie 1- und geduldig, damit nicht die zarten Gefäßbündel zerrissen werden, mittels eines weichen Fischpinsels und legt die B. zum Zwecke der Bleichung in eine schwache Lösung von Chlorkalk, in welcher die zartern Skelette binnen einigen Stunden schön weiß werden, mchteri die gröbern und härtern einen Tag und mehr erfordern. Die flach ausgebreiteten, wie Epheu⸗ und Lindenblätter, legt man zwischen Blätter knotenfreien Fließ⸗ oder Druckpapiers und preßt sie mittels eines erwärmten Plaätteisens. Hat man eine Anzahl von Skeletten gefertigt, so legt man ein len 5 aus getontem, in der Bütte — färbtem dunklen Papier in Großoktav an und befestigt sie recht sauber mittels einer starken Lösung von Hausenblase in Weinessig. Diese niedlichen zarten Bilder, welche man stets mit Vergnügen betrachten wird, können beim Unterricht in der Botanik gute Dienste leisten. Der Verlauf der Nerven ist für die systematische Unterscheidung, hauptsächlich bei paläontolog. Untersuchungen oft von großer Wichtigkeit, da bei Abdrücken der Blätter der ganze Verlauf der Nervatur noch sehr deutlich zu erkennen ist. Man unterscheidet Hauptnerven und Seitennerven und unter den letztern wieder Längsnerven, wenn sie schon vom Grund der Blattspreite an oder doch gleich über demselben vom Hauptnerven getrennt sind und nun entweder längs des Hauptnerven hinlaufen oder strahlig sich in der Blattspreite ausbreiten, und Quernerven, wenn sie vom Hauptnerven selbst entspringen und von diesem geen den Blattrand hin verlaufen. Die laufen erven, die zwischen den Seitennerven verlaufen, nennt man, wie schon erwähnt, gewöhnlich Adern. Je nach der Anzahl der Nerven unterscheidet man ein⸗, drei⸗, fünf⸗, sieben⸗ und vielnervige Blätter. Je nach dem Verlaufe derselben unterscheidet man winkelnervige, wenn die Nerven entweder mit dem