FeedBlattläuse
TierreichBrockhaus 1882

Blattläuse (Aphldes bei Linne) sind sehr kleine ½½ welche in der Ordnung der Schnabelkerfe (Rhynchota) und der Unterordnung der mit halben Flügeldecken versehenen Hemiptera) eine besondere Familie bilden. Sie sind plump, langsam, haben gegliederte, auf langen Ansätzen stehende Fühler, große, zusammengesetzte Augen, dreigliederigen, unter die Brust gebogenen Saugrüssel, lange, dünne Beine, auf dem interleibe und sind entweder flügellos oder mit vier sehr zarten, häutigen Flügeln versehen. Sie bewohnen nur Pflanzen, welchen se dadurch sehr schädlich werden können, daß sie mittels ihres Rüssels die zartern Teile wöhuli au und aussaugen. Eine jede Art ist gewöhnlich auf bestimmte Pflanzen angewiesen und unterscheidet sich deutlich von andern. Trotz vielfacher Untersuchungen von ältern Naturforschern, wie Leeuwenhoek (1695), Bonnet (1742), Réaumur (1756), und neuern, wie Kyber (1804), Davau (1825) und Balbiani (1870), ist ihre Lebens⸗ und Fortpflanzungsweise noch nicht vollständig aufgeklärt. Die im In P. f. aus den überwinternden Eiern schlüpfenden B. sind nur ½½ Weibchen oder sog. Ammen, die ohne Befruchtung alsbald lebendige Junge gebären. So folgen ohne Begattung wol 12—15 Generationen aufeinander, und es hängt ganz von der Witterung ab, ob solche lebendiggebärende Weibchen selbst den Winter überdauern und immerfort Junge erzeugen. Zwischendurch werden flügellose Larven uael 56 welche bei Shertaus ohr Häutungen Flügel bekommen und ebenfalls ohne Begattung (Parthenogenesis) Junge gebären, welche die Kolonie auf andere Wilanzenstöcke übertragen. Zuweilen bilden diese geflügelten Weibchen ungeheuere Schwärme. Im Herbste oder wenn die Nahrung ausgeht, werden geschlechtliche Individuen, Männchen und Weibchen, erzeugt, welche sich begatten und nur zur Fortpflanzung bestimmt sind, da sie meistens weder augrüssel noch Darm haben. Die I.aen Ger, die Weibchen sind stets ungeflügelt und legen Eier, die den Winter überdauern; die Männchen sind bald geflügelt, bald nicht und sterben nach der Begattung. Die Fruchtbarkeit der B. ist so groß, daß nach Reaumur aus einem Weibchen in der fünften Generation schon 5904 Mill. Individuen entsprungen sein können. Die B. haben jedoch unter den andern Insekten sehr viele Feinde, darunter die Marienkäfer oder Higterte (Coccinella) am bekanntesten sind. Am Hinterleibe tragen die B. zwei Röhren, die sog. Saftröhren, die einen süßen Honigtropfen ausschwitzen. Außerdem ist ihr flüssiger Kot süß und wird aus dem After ausgespritzt. Er bildet großenteils den Honigtau. Ameisen suchen diesen Honig begierig auf und suchen ihn dadurch zu gewinnen, daß sie die B. mit den Fühlhörnern liebkosen und gleichsam kitzeln, bis sie den geichl ausspritzen. Die zur Vertilgung der B. vorgeschlagenen Mittel (Tabakrauch,⸗Asche, ⸗Saft) sind sehr unzureichend. Die den Gartenpflanzen 518338, sten B. sind die Rosenblattlaus (Aphis rosae), die Geranienblattlaus (Aphis pelargonii), die grüne Apfelblattlaus (Aphis mali), die Pfirsichblattlaus (Aphis persicae), die Kirschenblattlaus (Aphis cerasi), die Bohnenblattlaus (Aphis fabae), die Rohlblattlaus (Aphis brassicae) und die Blutlaus (s. d..

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 137Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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