Blau (Ernst Otto Friedr. Herm.), deutscher Orientalist, geb. 21. April 1828 zu Nordhausen als Sohn des damaligen lan Friedrich spätern Superintendenten Christian Friedrich B. (geb. 24. Aug. 1796, gest. 5. Dez. 1874), besuchte 1842 —48 die Landesschule Pforta und widmete sich 1848 —51 zu Halle und Leipzig theol. und philos., besonders aber orient. Studien. Er wurde dann Hauslehrer in Berlin und im Herbst 1852 als Attacheé der preuß. Gesandtschaft in Konstantinopel beigegeben. In den J. 1854 und 1855 bereiste er von Konstantinopel aus einen Teil Kleinasiens und (mit Schlottmann) die griech. Inseln und verfaßte die Schrift De numis Achaemeénidarum aramaeopersiciso (Lpz. 1855). Im J. 1855 erfolgte seine Ernennung zum Vizekanzler der Gesandtschaft. Nachdem 1857 der erste Handelsvertrag zwischen Preu3. und Persien zu Stande gekommen war, erhielt von der preuß. Regierung den Auftrag, dieses Land im Interesse des zollvereinsländischen Handels zu bereisen. Nach dieser Reise, deren Ergebnisse er zum Teil in dem Werke «Kommerzielle Justände Persienso (Berl. 1858) mitteilte, kehrte er im Sommer 1858 als stellvertretender Legationssekretär nach Konstantinopel zurück, von wo er jedoch im Dez. 1858 als preuß. Konsul nach Trapezunt übersiedelte. der J. 1861 wurde B. mit einer Sendung nach der Herzegowina, Albanien und Montenegro betraut, als preuß. Mitglied der Kommission, die Omer-Pascha behufs Pacifizierung dieser Landesteile beigegeben war, und 1864 wurde ihm nach einer nochmaligen kurzen Verwendung in Konstantinopel und Trapezunt das neubegründete preuß. Konsulat für Bosnien zu Serajewo übertragen. Im 1870 erhielt er den Charakter als norddeutscher eneralkonsul für Bosnien und die Herzegowina. Da sich B. bei dem Ausbruche des Kriegs im Juli 1870 gerade in Deutschland befand, wurde er nach Berlin berufen und dem Auswärtigen Amte des Norddeutschen Bundes attachiert. Zugleich organisierte und leitete er das Centralnachweisebureau In im Felde verwundete und erkrankte Krieger. Im Spätherbst desselben Jahres kehrte er auf seinen Posten nach Serajewo zurück, von wo er im Dez. 1872 als deutscher Generalkonsul nach Odessa versetzt wurde. Hier endete er sein Leben 26. Febr. 1879 durch Selbstmord. Neben zahlreichen Aufsätzen, die B. über seine Reisen, Forschungen und Erfahrungen im Orient für das »Preuß. Handelsarchivo, Petermanns «Mitteilungen», die berliner Zeitschrift für allgemeine Erdkunde und andere Zeit⸗ — und Sammelwerke lieferte, veröffentlichte er Reisen in Bosnien und der Herzegowinay (Berl. 1877) und eine große Anzahl von gelehrten Arbeiten über die Hn egenstände der orient. Sprach⸗ und Altertumskunde. Zu diesen gehören mehrere numismatische Abhandlungen in den Blättern für Münzkunde und der »Wiener numismatischen Zeitschrifto, ferner Beiträge zur hauranischen Altertumskunde und zur Erklärung der nabatäischen und phöniz. Inschriften in der „Zeitschrift der Deutate orgenländischen Gesellschafto. In letzterer egte er auch seine Untersuchungen über die «Wanderung der sabäischen Stämme im 2. Jahrh.y (1869), üÜber «Arabien im 6. Jahrh.y (1870) und «Altarab. Sprachstudieno (1872 u. 1873) nieder. B.s gelehrte Arbeit über die Bosnisch-türk. Sprachdenkmälerp (Lpz. 1868) bildet einen Teil der von der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft herausgegebenen Abhandlungeno; im Anschluß daran erschienen später: „(Griech.⸗türk. Sprachprobeno und «Üüber die griech.⸗ türk. Mischbevölkerung um Mariupolo.