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GeschichteBrockhaus 1882

Brassier de Saint-Simon-Vallade (Maria Jos. Ant., Graf von), preuß. Diplomat, entstammte einer alten Familie, die seit dem 14. Jahrh. im südl. Frankreich ihren 9er Graf hat und deren jüngere Linie, zu welcher der Graf gehörte, in der Revolutionszeit nach Deutschland übergesiedelt war. B. wurde 8. Aug. 1798 auf einem Landgute in dunm in allnan eboren, besuchte das Gymnaium in Züllichau, siudierte in Berlin und Heidelberg die Rechte und arbeitete hierauf zuerst beim Stadtgericht und dann beim Kammergericht in Berlin. Im J. 1826 wurde er in das Ministerium der auswärtigen Angelegenheiten berufen, kam dann als Attaché zur — Gesandtschaft in Petersburg und wurde 1829 als Legationssekretär nach Lissabon und bald darauf nach Konstantinopel gesendet, nahm hier am Abschluß des Friedens von Adrianopel teil und erhielt den Auftrag, die Einstellun der Feindseligkeiten zwischen der russ. und türk. Armee zu bewirken. Hierauf war B. zwei Jahre lang Geschäftsträger in Konstantinopel, in welcher Stellung er bedeutenden Anteil an der mi. Wullardes nach preuß. System umgestalteten türk. Militärb re atte. Im J. 1833 zum Legationssekretär er preuß. Gesandtschaft in Varis ernannt, wirkte „er dort bis 1837 mehrmals als Geschäftsträger, „wurde dann Ministerresident in Griechenland und „brachte mit der dortigen Regierung einen Handelsvertrag zu Stande. Hierauf war er preuß. Gesandter in Stockholm und seit 1853 preuß. Gesandter am Hofe zu Turin, wo er in intimen Beziehungen 548 Grafen Cavour stand. Nachdem der sereich er diplomatischen Beziehungen zwischen Esterrei und Sardinien erfolgt war, hatte B., der 1857 in den preuß. Grafenstand erhoben worden war, vier IJahre hindurch neben seinem preuß. Amte den Auftrag, in offiziöser Weise die Interessen Osterreichs in Turin zu vertreten. Im J. 1862 wurde er als Gesandter nach Konstantinopel versetzt; dort gaben ihm namentlich die rumän. und die candiot. An- und Junin sowie die umfassenden Verwaltungs- und Justizreformen in der Türkei mehrfach zu einer eingreifenden Wirksamkeit Gelegenheit. Am 27. Mai 1869 kam er an Stelle des Grafen Usedom als Gesolgte d des Norddeutschen Bundes nach Florenz, olgte dann, als die ital. Regierung ihren Sitz nach Rom verlegte, dahin, wurde 16. April 1871 als Repräsentant des Deutschen Reichs beim ital. Hofe beglaubigt und starb zu Florenz 22. Okt. 1872.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 468Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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