Bülow (Heinr., Freiherr von), preuß. Staatsmann, geb. 16. Sept. 1792 zu Schwerin, wurde auf dem Gymnasium seiner Vaterstadt für die Universitätsstudien vorbereitet, die er zu Heidelberg begann und nach einer Unterbrechung 1813 —14, wo er als Adjutant des russ. Obersten von Nostitz die Befreiungskriege mitmachte, daselbst vollendete. Nach dem zweiten Pariser Frieden wurde er zunächst unter dem Staatsminister Wilh. von Humboldt, der zu Frankfurt a. M. die deutschen Gebietsaustausche zu erledigen hatte, beschäftigt. Hier vermählte er sich 1816 mit der jüngsten Tochter Humboldts, dem er 1817 als Gesandtschaftssekretär nach London folgte. Als Humboldt noch in demselben Jahre wieder als Minister nach Berlin zurückkehrte, blieb B., mit den Geschäften der Gesandtschaft beauftragt, zu London und bewährte sich als einen ebenso thätigen wie gewandten Diplomaten. Nachdem er dann später einige Jahre als Geh. Legationsrat im Ministerium des Auswärtigen zu Berlin gearbeitet hatte, ward er 1827 Gesandter zu London. Er hatte als solcher bedeutenden Anteil an den Londoner Konferenzen über die Paeinerung Angelegenheiten, dann an dem zur Pacifizierung des Orients abgeschlossenen Vertrage der vier Mächte vom 15. Juli 1840, sowie an dem Abschlusse des Handelsvertrags zwischen Großbritannien und dem Deutschen Zollverein. Zu An-Bun 1841 ging er als preuß. Gesandter an den undestag zu Frankfurt a. M., wurde aber schon 2. April 1842, an Stelle des Grafen von Maltzan, zum Geh. Staats- und Kabinettsminister ernannt und mit der Verwaltung der auswärtigen Angelegenheiten beauftragt. Doch gewann er keinen vorwiegenden Einfluß auf die leitende Politik. B. trat 1845 aus dem Ministerium, zog sich nach Te4 und starb zu Berlin 6. Febr. 1846. ülow (Karl Eduard von), deutscher Dichter, beb. 17. Nov. 1803 zu Berg vor Eilenburg, em Gute seiner Eltern, studierte in Leipzig und er seit 1828 Dresden zu seinem Aufenthalt, wo er seitdem ausschließlich der Litteratur und Poelebte und mit Elisa von der Recke und mit ieck fRenen ward. Seit 1842 befand er sich auf Reisen in Italien und hielt sich auch in Stuttgart und bei Tieck in Berlin auf, bis ihn die polit. Ver ——— 1849 bestimmten, Deutschland zu verlassen und nach dem von ihm erkauften alten Schlosse Gtlishausen im Thurgau überzusiedeln. Hier starb er 16. Sept. 1853. Seinen litterarischen Ruf begründete B. durch das MNovellenbuch » (4 Bde., Lpz. 1834—36), welches 100 Novellen, nach alten italienischen, spanischen, französischen, englischen, lateinischen und deutschen bearbeitet, enthält, und an das sich ein «Neues Novellenbuchs (Braunschw. 1841) anschloß. Später brachte er seine eigenen Rovelleno (3 Bde., Stuttg. 1846—48) zur Veröffentlichung, denen er die Novelle «Eine allerneueste Melusine» (Frankf. 1849) +W— ließ. In allen diesen Schriften bekundet sich als Romantiker. Von seinen übrigen litterarischen Arbeiten sind, außer der Bearbeitung von nzonis Roman «Promessi sposi (2. Aufl., 2 Bde., Lpz. 1837) und der Erneuerung des Simplicissimus o (Lpz. 1836), noch die von ihm veranstalteten Ausgaben der Dramatischen Werke v (4 Bde., Berl. 1837) Schröders, des dritten Teils der »Schriftend von Novalis (mit Tieck, Berl. 1846), von H. von Kleists »Leben und Briefer (Berl. 1848), Schillers «Anthologie auf das J. 17825• (Heidelb. 1850), von Dietrich von B.s «Militärische und polit. Schrifteno (mit W. Rüstow, Lpz. 1853), . wie der nachgelassenen Werke Berenhorsts (2 Tle., Dessau 1845 —47) zu nennen. Außerdem . er die deutsche Memoirenlitteratur mit der Ausgabe der Denkwürdigkeiten des Pfalzgrafen Kurfürsten Friedrich II. bei Rhein (4Ein Fürstenspieelo, 2 Räbiographi 1849) und gab die interesb Selbstbiographie des schweiz. Webers Ulrich räker (Der arme Mann von Tockenburg», Lpz. 1852) heraus.