Bleiglätte (Silberglätte, Goldglätte, Glätte, Lithargyrum) is, so wie sie sich im Handel findet, geschmolzenes krystallinisches Bleioxyd. Man erhält sie als Nebenprodukt beim Abtreiben des Reichbleies (silberhaltiges 60 2 als Hüttenprodukt oder auch direkt durch dation des Bleies. Wenn man Blei auf der Sohle eines Flammofens bei Luftzutritt erhitzt, so schmilzt es und verwandelt sich nach und nach auf der Oberfläche in Bleiasche, die bei höherer Temperatur alliune und nach dem Erstarren als eine gelbe, krystallinische Masse erscheint. Wird diese asse gemahlen und durch Schlämmen alles Metallische daraus entfernt, 90 erhält man das Massicot, das man in allen Fällen anwendet, wo ein reines 3uri erforderlich ist. Für die beste Sorte der B. gilt die englische, welche von rötlicher Farbe und mit vielen glänzenden Punkten übersäet ist. Die deutsche Glätte (vom 5⁰½ und von Paev ist f von gelber Farbe. Die B. dient zur Darstellung von Firnis, Bleiglas, in der Potterie als Glasur und als Fluß in der Porzellan⸗ und Glasmalerei,‚, vön Kitt, Mennige, Bleizucker u. s. w. Zur Darstellung von Firnissen kocht man die B. mit austrocknenden Olen, wie mit Leinöl. Die Mennige s. d.) erhält man aus der B. durch Erhitzen der⸗⸗ aben in geeigneten Bfen. Das Bleiglas wird durch —* Daraeneit: s. von Sand, B. und Pottasche dargestellt; es eignet sich vorzugsweise für Gegenstände, bei denen Farblosigkeit, hönmmen. M. und Glanz vorzüglich in Betracht kommen. an unterscheidet viele Arten Bleiglas: Krystallglas, eng las, Straß und Email. (S. Glas.) Die Bleiglasur besteht aus feingemahlener B., die, mit dünnem Thonbrei angerührt, über die zu glasierenden Waren gegossen wird. In der Hitze des Ofens verbindet sich das Bleiorxyd mit den Bestandteilen des Thons zu einem leicht schmelzenden, die Oberfläche bedeckenden Bleiglase. N. das Bleiglas vollkommen geschmolzen und alles Bleioxyd mit der Kieselsäure verbunden, so ist das Blei darin in den in der Küche vorkommenden Säuren, wie Essig, nicht löslich und die Bleiglasur durchaus unschädlich. Ist die Glasur dagegen nicht hinreichend gut aufdonmt, oder enthält sie, wie es sehr häufig vorommt, einen Überschuß von Bleioryd, so tritt sie leicht ihren Bleigehalt an saure Flüssigkeiten ab. Man hat sich daher bemüht, sie durch eine bleifreie Glasur (Gesundheitsgeschirr), wie durch borarhaltige Gläser, Wasserglas u. s. w. zu ersetzen. Es ist jedoch bis jetzt noch nicht gelungen, da die Schwierigkeit, sch solche Materialien überall zu verschaffen, sowie die verhältnismäßige Kostbarkeit des bei höherer Temperatur erfolgten Aufbrennens der allgemeinen Anwendung bleifreier Glasur im Wege stehen.