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NaturlehreBau-Lexikon 1881

Bimsstein, m., 1. natürlicher Bimsstein (Miner.), franz. ponce, pierre-ponce, f., engl. pumice, pumicestone, das Produkt der Schmelzung natronreichen Trachyts; erscheint als glasartige, blasige, durchlöcherte, schwammige Masse, ist von Farbe weiß, grau, ins Gelbliche, auch wohl ins Bräunlichschwarze fallend, glänzt perlenartig, bläht sich im Feuer auf und schwimmt durch die in seinen Poren eingeschlossene Luft auf dem Wasser (spez. Gew. 2,); beigemengte Krystalle von glasigem Feldspat geben ihm oft ein porphyrartiges Aussehen (sogen. Bimssteinporphyr); außerdem enthält er oft Augit, Glimmer, Magneteisenstein und Hornblende. Man benutzt den B. zum Poliren und und Schleifen des Holzes, der Steine und verschiedener Metalle; auch schleift man damit die Grundfläche für Vergoldung. Auch die Alten kannten den B. und gebrauchten ihn vorzüglich zum Glätten der Statuen, jedoch wendeten sie nach diesem Verfahren nochmals das Glätteisen an; hierbei ist noch zu bemerken, daß bei Marmorstatuen das gewöhnliche Verfahren mit B. nicht ausreicht, sondern dieselben müssen noch mit Tripel u. Blei gerieben werden, was ihnen erst den rechten Glanz verleiht. Der B. giebt mit Kalk vermengteinen guten Mörtel und dient auch mitunter als Baumaterial, doch nicht zu Feuermauern, oder wo er starken Erschütterungen ausgesetzt wäre. B. findet sich vorzüglich in der Rheingegend, auf den Liparischen Inseln, Milo, Santorin, Teneriffa, Island, Mexiko etc. Durch B.ist Pompeji verschüttet worden. In neuerer Zeit wird statt seiner zum Schleifen von Holzarbeiten u. dgl. vielfach eine ähnliche, künstliche Masse verwendet, die vor dem natürlichen den Vortheil größerer Gleichförmigkeit und regelmäßiger Form bei beliebiger Größe der Stücke voraus hat. Bimssteinpulver mit Oel dient vortheilhaft zum Einschleifen von Messinghähnen etc. — 2. Künstlicher Bimsstein, frz. ponce factice, engl. factitious pumice, zum Schleifen des Holzes. Eine Masse von 3—4 Theilen Leim wird in zehnfacher Menge Wassers gelöst und das Ganze mit 100 Theilen feingepulverten B.s angemengt. Er wird gewöhnlich, des bessern Handhabens wegen, auf kleine Bretchen von 4 g4em. in warmem Zustand 1—1½ em. dick aufgetragen und in kalter Luft getrocknet, da sich der Leim sonst nach der Oberfläche zieht u. die Masse dadurch zu hart würde. Diese eignet sich zum Schleifen weit besser als gewöhnlicher B., da sie nicht so leicht zerbröckelt.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 1, S. 380Scan: Getty Research Institute (Internet Archive) · gemeinfrei

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