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NaturlehreBau-Lexikon 1881

Bleierz, n. (Mineral.), frz. mine f. de plomb, engl. lead-ore, werden diejenigen Minerale genannt, welche Blei als wesentlichen Bestandtheil enthalten u. bei reichwerden. Die vorzüglichsten sind: a) Bleiglanz, m frz. mine de vernis, alquifoux, m., galeène, f., engl. galena, sulphuret of lead, chemische Verbindung von 86,,% Blei mit 13,43% Schwefel. Er findet seine Hauptverwendung zur Gewinnung des Bleies; außerdem als Pulver zur Glasur der Thonwären. Um Blei daraus zu gewinnen, scheidet man ihn zunächst von den fremden Gesteinen durch Aussaigern, dann wird er mit Holz durchschichtet und geröstet, wobei sich ein Theil des Bleies (das Jungfernblei) reduzirt. Das geröstete Erz wird mit Kohle oder Kalk in einem Flammofen ausgeschmolzen; das so reduzirte Blei heißt Werkblei; dabei bleiben noch Schlacken u. Schwefelblei, Bleistein, frz.matte f. de plomb, engl. matt of lead, zurück. Ist es gold-od.silberhaltig, so wird es aufTreibherden oxydirt u. das abgeflossene Bleioxyd heißt Bleiglätte (s.d.); enthält es wenig Gold oder Silber, so kommt es als Kaufblei in den Handel. Am massenhaftesten kommt dieses Erz in Nordamerika vor; in Deutschland findet man es im Harz, im Erzgebirge, in Oberschlesien, im Schwarzwald und in den Kärntner Alpen. b) Bleispat, Weißbleierz, frz. Plomb blanc, plomb carbonaté, engl. white lead-ore, carbonate of lead, 83,44% Bleioxyd und 16,4% Kohlensäure. Kohlensaures Bleioxyd (Bleiweiß) kommt stellenweise auch in größerer Menge natürlich vor, so daß es auf den Hütten verarbeitet werden kann. c6) Rother Bleispat, Rothbleierz, frz. plomb rouge, p. chromaté, engl. red lead-ore. Die übrigen Bleierze, deren es an 50—60 giebt, bieten nur untergeordnetes technisches Interesse. Vgl. auch Bleibaryt.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 1, S. 409Scan: Getty Research Institute (Internet Archive) · gemeinfrei

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