Blome, eine von den ältern Familien der schlesw.⸗holstein. Ritterschaft, die jetzt auch nach Osterrei Ungarn verpflanzt ist. Ursprüngtich dürfte die Familie aus dem Fürstentum Rodenberg (Provinz Hannover) herstammen, wo ein rittermäßiges Ges lecht B. vom 13. bis 16. u Hal blühte und in älterer Zeit den Grafen von Hallermund als Ministerialen (Dienstleute) verpflichtet war. Um 1400 führte der Ritter Diederich B. ein Reitergeschwader nach Holstein und vermählte sich hier mit einem Fräulein von Rantzau. Seine Nachkommens 80 hat im Dienste der Landesherren von Dänemark (Holstein-Glückstadt) und Holstein-Gottorp sowie auch durch kend Grundbesitz in Schleswig-Holstein fortwährend eine einflußreiche und angesehene Stellung behauptet. Im J. 1819 wurde der Generallieutenant und königl. dän. Gesandte zu Petersburg, Otto B. (gest. 1849), in den dän. Lehnsgrafenstand ichusgr Da derselbe kinderlos blieb, 0 ward der lehnsgräfl. Rang 1826 auch raf den ältesten Sohn seines Bruders Friedrich, Gra Otto B. (geb. 1. Okt. 1795), übertragen. Derselbe diente während seiner Jugend im dän. Heere, nahm aber später an den Geschicken seines Heimatlandes keinen thätigen Anteil. Er hat seit 1842 die sog. Blomenburg, ein Lustschloß im normann. Burgstil, auf einer Anhöhe am Selenter See im Gut Kammershagen, erbauen lassen. Sein einziger Sohn (aus seiner zweiten Ehe mit Prinzessin Klementine Bagration) Gustav B. (geb. 18. Mai 1829), ist gegenwärtig Besitzer der Herrschaft Montpreis in Untersteiermark. Dieser wurde auf der Ritterakademie zu Lüneburg erzogen und begann 1847 das Studium der Rechte an der Universität Bonn, diente 1848—49 in der schlesw.⸗ holstein. Armee als Lieutenant und Ordonnanzvollent des Generals von Bonin, trat aber nach vollendetem jurist. Studium in die österr. Diplomatie ein, wurde zunächst als Attaché der österr. Gasandescaft in Petersburg beigegeben, wo er eine sensationelle Denkschrift über Rußland abfaßte Purds! ging 1856 als Gesandtschaftssekretär nach axis und trat hier zum Katholizismus über. Am 1. Sept. 1858 heiratete er die ältere Tochter des österr. Ministers Grafen von Buol-Schauenstein, dicher drei Söhne und vier Töchter entsprangen. osephine (geb. 10. Okt. 1835), aus welcher Ehe Im J. 1860 war er außerordentlicher Gesandter dei den Hansestädten, von 1864—67 in gleicher Eigenschaft am bayr. Hofe zu München, wurde in dieser Stellung namentlich im Aug. 1865 durch die Verhandlungen und den Abschluß der Gasteiner Konvention bekannt, 1867 aber in Disponibilität gestellt. B. ist seit April 1867 lebenslängliches Mitglied des Herrenhauses, wo er, als Feudalklerikaler, in der Märzdebatte von 1868 die konfessionellen Gesetze scharf angriff.