Bülow (Bernh. Ernst von), deutscher Staatsmann, der mecklenburger Linie der Familie B. anehörend und Brudersohn des preuß. Staatsminiters Heinrich von B., wurde 2. Aug. 1815 zu Cismar geboren, besuchte das Gymnasium zu Plön, studierte dann in Berlin, Göttingen und Kiel Jurisprudenz und trat 1839 in den dän. Staatsdienst. Er arbeitete 9:— als Hilfsarbeiter in der schlesw.⸗ holst.⸗lauenburg. Kanzlei, dann als Legationsrat in dem auswärtigen Ministerium. Nachdem jedoch B. im März 1848 den Staatsdienst verlassen hatte, wurde er Ende 1849 wieder nach Kopenhagen berufen, um an den natuchen Prohramme auf Grund des sog. gesamtstaatlichen Programms teilzunehmen, und wurde dann 1852 zum Bundesesandten für Holstein und Lauenburg ernannt. 0 dieser Duliches A Stellung erwarb sich B. durch ein versö Thätigkeit Achtung und Vertrauen. Im J. 1862 legte er diesen Posten nieder, kehrte nach Mecklenburg zurück und übernahm dort als Staatsminister den Vorsitz in der strelitzschen Landesregierung. Nachdem er in dieser Eigenschaft an den Verhandlungen zur Gründung des Norddeutschen Bundes aum mectenb. Anteil genommen, wurde er 1868 zum mecklenb. Gesandten in Berlin und zum Vertreter beider Großherzogtümer im Bundesrat ernannt. Im J. 1873 wurde B. zur Leitung des Auswärtigen Amts des Deutschen Reichs unter dem Range von Bismarck als Staatssekretär mit dem ange eines Staatsministers berufen. Er übernahm den ganzen Verkehr mit den diplomatischen Vertretern in Berlin und entlastete dadurch den Reichskanzler wesentlich. Seine Aufgabe wußte er mit großer Feinheit und Gewandtheit zu lösen. B starb 20. Okt. 1879 0 5. Mech a. M.