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GeschichteBrockhaus 1882

Buquoy, auch Boucquoi, ein 08, dassih franz. Geschlecht aus der Grafschaft Artois, das si nach Belgien verpflanzte und von da nach Hsterreich überging, wo es + gegenwärtig mit reichem Besitzstande in Böhmen blüht. Die belgischen B. begannen mit Adrian de B., dessen Enkel Maximilian, erster Graf von B., Staats⸗ und Finanzrat Philipps II. war und 1581 bei der Belagerung von Tournay blieb. — Der Sohn dieses ersten Grafen, Karl Bonaventura de Lonqueval, Graf von B., kaiserl. General im Dreißigjährigen Kriege, geb. 9. +* 1571 zu Arras, erhielt schon als 10jähriger Knabe durch Vergünstigung des Prinzen von Parma die Anwartschaft auf seines Vaters Kommando im span. Heere und zeichnete sich bald unter dem Kardinal Erzherzog Albrecht und unter Spinola im niederländ. Kriege wie in Calataeun aus, namentlich bei der Einnahme von alais und Ardres (1596). Zum General der Artillerie befördert, kämpfte er bei Nieuport (1600), nahm an der Belagerung Ostendes sowie an der Einnahme von Herzogenbusch teil und wurde 1613 zum Statthalter von Hennegau wie zum Ritter des Goldenen Vlieses ernannt. Aus dem span. Dienst, in welchem er sich um die Organisation der Artillerie viele Verdienste erworben, trat er beim Ausbruch des —4—7 7 rigen Kriegs als Generalfeldzeugmeister in den Dienst des Kaisers, übernahm im Herbst 1618 den Oberbefehl über die kaiserl. Truppen, rückte in Böhmen ein, mußte sich aber vor Thurn und Mansfeld zurückziehen. Glücklicher war der An ug von 1619, indem er Budweis mit Hilfe Wa n behauptete, Mansfeld bei Teyn schlug und Prag bedrohte. Im Herbst wurde er — 19 35 Wiens gegen Thurn und Bethlen Gaor aus Böhmen zurückgerufen und vereitelte alle Versuche des Feindes, die Donau zu überschreiten. Nach dem Rückzuge der Böhmen und Ungarn warb B. eine Armee von 20000 Mann, zu welcher er viele wallon. Edelleute zog (Jan. 1620). Er verteidigte Osterreich gegen die wieder eingefallenen Böhmen, bis es ihm nach dem Reitergefecht von punben, Jet wo ihre Feldherren Fels und Haugwitz lieben, gelang, sie zu vertreiben. Inzwischen war Maximilian von Bayern mit Tilly in Ssterreich siegreich vorgedrungen, und 8. Sept. 1620 vereinigte sich das kaiserl. Heer mit dem der Liga. Beide brachen nun in Böhmen ein. In der Schlacht Kuriürie befand sich B. im Stabe des nachherigen Kurfürsten. Nachdem er sich des von den Truppen des Pfalzgrafen Friedrich V. besetzten Karlstein bemächtigt und Mähren unterworfen hatte, bat er um seine Entlassung. Der Kaiser bewog +* jedoch, im Dienste zu bleiben, und verlieh ihm den Titel eines Grafen von Gratzen mit der Herrschaft Rosenberg in Böhmen. Im Febr. 1621 ging B. nach Ungarn, schlug Bethlen Gabor, nahm Preßburg belagerte Neuhäusel und fiel hier 10. Juli 1621. Vol. von Weyhe, „B., eine biogr. Skizzey (Wien 1876). Sein Sohn Karl Albert, starb 1663 als span. General und Großbailli von Hennegau. Dieser . Ober acht Kinder, von denen Landelin als k. Oberst 1691 bei Salankemen gegen die Türken fiel; ein anderer, Karl Philipp, wurde 1688 vom Könige von Spanien in den Fürstenstand er-Krieas ein dritter Sohn, Albert, k. k. Hof⸗ und riegsrat, war der eigsan Enkel des berühmten Generals, der dessen Mannsstamm fortpflanzte. Der Sohn desselben, Karl Cajetan (geb. 1673, gest. 1750), wurde 5. Okt. 1703 in den österr. Gra⸗ .— erhoben. Sein Urenkel war Georg Fran; ugust, Graf von B. (s. d.).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 732Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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