FeedBluhme (Christian Albr.)
GeschichteBrockhaus 1882

Bluhme (Christian Albr.), dän. Staatsminister geb. 27. Dez. 1794 in Kopenhagen, widmete sich 1811—16 dem Rechtsstudium, trat 1822 als außerordentlicher Beisitzer in das Oberlandes⸗ und ofgericht zu Kopenhagen und 1824 in den Gouvernementsrat für die dän. Kolonien in Ostindien, ward 1831 nach seiner Rückkehr Hardesvogt, 1838 Stiftsamtmann in Aalborg und 1843 Direktor der Generalzollkammer und des Kommerzkollegiums. In von Moltkes Ministerium übernahm er 24. März 1848 das Departement des 10v. deef legte es mit seinen Amtsgenossen 15. Nov. desselben Jahres nieder, verblieb aber als Kabinettssekretär in der Umgebung des Königs und erhielt 19. Mai 1850 das Direktorium der dedung elegenheiten, welches Amt er bis zur Aufhebung fortbekleidete. Obgleich ihm die liberale Partei Grundsatzlosigkeit und reaktionäre Tendenzen vorwarf,‚ so brachten ihn doch seine Fachkenntnisse und Gewandtheit immer von neuem in den Vordergrund. Am 18. Okt. 1851 trat B. als Minister des Auswärtigen wieder in das Ministerium, übernahm 27. Jan. 1852 +* Pahnpt und ging nach dem Rücktritt seiner Kolegen 21. April 1853 in das Ministerium Orsted über. Mit diesem erklärte er ch im Kriege der Westmächte gegen Rußland und bei dem Erscheinen einer engl.⸗franz. Flotte in der Ostsee für die unbedingte Neutralität Dänemarks. Der Umstand, daß die kostspieligen Veranstaltungen zur Aufrechthaltung dieses Beschlusses ohne Befragen des Reichs rats getroffen waren, brachte dem am 12. Dez. 1854 abgetretenen Ministerium eine Anklage bei dem Reichsgericht zu Wege, die jedoch 28. Febr. 185⁵6 zur losenen Sundzollt — den am 14. März 1857 geschlossenen Sundzollkonferenzen vertrat B. Dänemark und wußte für dasselbe von den beteiligten Mächten eine den Dhmmende En ahreseinkünften des Zolls gleichkommende Entschädigung n Betrage von 35 Mill. Reichsbankthlr. zu erangen. Nach den Niederlagen, welche die Hartnäckigkeit der eiderdän. Partei über die Monarchie heraufbeschworen, und dem Rücktritt des Ministeriums Monrad wurde B. (11. Juli 1864) trotz seiner körperlichen n wieder an die Spitze der öffentlichen Angelegenheiten gestellt. Nachdem er als Mini re und Minister des Auswärtigen bis zum 6. Nov. 1865 gewirkt, starb er zu Kopenhagen 16. Dez. 1866.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 185Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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