Bennigsen (Alexander Levin, Graf von), hannov. Staatsmann, Sohn des vorigen, geb. 21. uli 1809 zu Zakret bei Wilna, kam 1818 nach Hannover, besuchte das Lyceum daselbst, studierte seit 1826 zu Göttingen Jurisprudenz, trat dann in den Staatsdienst und ward 1835 dem Ministerium des nnern zugeteilt, nahm aber 1840 aus Gesundeitsrücksichten seine Entlassung. Von der Provinziallandschaft der Fürstentümer Kalenberg, Göttingen und Grubenhagen zum Schatzrat gewählt, trat er in die Erste Kammer der hannov. Ständeversammlung und wurde Ende Juni desselben Jahres zum Mitgliede des Obersteuerkollegiums und der Generaldirektion der indirekten Steuern ernannt. Im J. 1848 beauftragte ihn der König mit der Bildung eines neuen Ministeriums, in dem er außer dem Präsidium das Portefeuille des Auswärtigen und des königl. Hauses übernahm. Mit Stüve vertrat er in demselben gemäßigt liberale Anschauungen. Nachdem das Ministerium 28. Okt. 1850 zurückgetreten war, wurde B. 1851 zum Präsidenten der Ersten Kammer gewählt welcher er seit 1849 angehörte. Als infolge der Oktroyierungen vom 1. Rug. 1855 unter dem Ministerium Borries ein adeliges Oberhaus wiederhergestellt und Stüve 1856 der Urlaub zum Eintritt in die Zweite Kammer .. worden war, nahm B. an dessen Statt das Mandat für Osnabrück an, worauf ihn die Kammer ebenfalls zum Präsidenten . Infolge seines energischen Auftretens gegen die Regierung wurde jedoch seine Teilnahme an der Ständeversammlung von 1857 auf Grund der Verordnung, welche auch die pensionierten Staatsminister der Dienstherrlichkeit des Königs unterordnete, mittels Urlaubsverweigerung gehindert. J. 1864 nahm indes B. als Abgeordneter der auptstadt wieder seinen Sitz in der Zweiten Kammer, die ihn abermals Zum Präsidenten wählte. Seit 1866 lebt B. in Zurückgezogenheit, der welfischen Partei —8— an, die ihn als Reichstagskandidaten aufzustellen pflegt.