Blutlaugensalz, rotes (Ferridcyankalium, Kalium-Eisencyanid, Gmelinsches Salzy, Formel: K(Fe: Cia NI2), entsteht unter Abspaltung von Chlor einwit indem man auf Ferrocyankalium Chlor einwirken läßt: Bei der fabrikmäßigen Darstellung wird gelbes B. durch scharfes Trocknen partiell entwässert, fein gepulvert und in dunnen Schichten, auf hölzernen Hürden ausgebreitet, in einen kastenförmigen Raum gebracht, in welchen Chlorgas geleitet wird. Das Salz absorbiert das Chlor und wird auf angegebene Weise zersetzt. Man unterbricht die Einwirkung des Chlors, sobald eine Probe, in Wasser elöst, „ usatz eines Eisenoxydsalzes keinen blauen Niederschlag, sondern eine braune Färbung zeigt. Dieser Moment ist genau zu beachten, da bei längerer Chlorwirkung Zersetzungsprodukte gebildet werden. Das entstandene Gemenge von Ferridcyankalium und Chlorkalium wird entweder unter dem Namen Blaupulver in den Handel ebracht oder auf reines Salz verarbeitet. Zu legtem Behufe wird das Blaupulver in siedendes Wasser eingetragen, bis eine heiß gesättigte Lösung entstanden ist, diese wird sofort filtriert und in lieierne Kübel gefüllt, worin beim Erkalten das Salz in schönen, großen, granatroten rhombischen Prismen anschießt. Die Mutterlauge verwertet man auf Berlinerblau, indem man sie mit der Lösung eines Eisenoxydulsalzes versetzt. Das Salz löst sich beim Sieden in 1½ Teilen, bei gewöhnlicher Temperatur in 2½ Teilen Wasser. Es dient zum Blaufärben von Wolle und Seide, als Atzmittel in der Kattundruckerei, auch zur Erzeugung von Anilinschwarz und Anilinviolett.