FeedAsche
NaturlehreBau-Lexikon 1881

Asche, f., frz. cendre, f., engl. ashes, pl., im Norden Englands ash, s., wird 1. der unverbrennliche Rückstand organischer Substanzen genannt, der beim Verbrennen an freier Luft, d. h. unter Zutritt von Sauerstoff, übrig bleibt. Die A. der vegetabilischen und animalischen Körper besteht aus mineralischen Stoffen, welche in diesen Körpern stets mehr oder minder vorhanden sind, während die eigentlich organischen Verbindungen, die nur Kohlenstoff, Stickstoff, Wasserstoff u. Sauerstoff enthalten, beim Verbrennen in Gasform entweichen. Man nennt auch wohl die Oxydationsprodukte einiger Metalle Aschen, z. B. spricht man von Blei- u. Zinnasche, u. meint damit Blei- u. Zinnoxyd, welche ein erdiges Pulver bilden. Man erhält diese Metallaschen, wenn man die betr. Metalle unter Luftzutritt stark erhitzt; am besten in Muffeln, durch welche die atmosphärische Luft hindurchstreichen kann. In den Ann der Pflanzen, bes. der Holzpflanzen, spielen die kohlensauren Alkalien eine Hauptrolle, u. es begründet sich auf diesen Gehalt auch die Anwendung der Pflanzenaschen zu Potaschegewinnung, Sodagewinnungetc. Manche Pflanzenaschen enthalan viel kieselsaure Alkalisalze, wie z. B. die Ann der Cereelien; andere, wie die der Meeresgewächse, viel Kochsalz; überhaupt gehen alle Bestandtheile des Standortes mehr od. minder in die Pflanzen über u. finden sich dann in der A. Als Bestandtheile der pflanzlichen u. thierischen A. hat man bis jetzt folgende Körper gefunden: Diese Stoffe kommen in verschiedenen Kombinationen u u . Mengenverhältnissen in den einzelnen Aschen vor, nur Kali Kalk, Magnesia, Eisenoxyd und Phosphorsäure fehlen nie. Die Aschen von Torf, Braunkohle u. Steinkohle enthalten nur sehr geringe Mengen oder auch gar keine Alkalisalze, weil d. Wasser, welches zu Bildung dieser Umwandlungsprodukte des Holzes in längerer Einwirkung beitrug, diese Salze, die alle löslich sind, auslaugte. Die A. wird, wegen ihres geringen Wärmeleitungsvermögens, da mit Vortheil angewendet, wo Wärmeableitung oder Zuleitung möglichst verhindert werden soll. z. B. zu Umhüllung von Dampfrohren, feuersicheren Geldschränken etc.; auch die auslaufenden Enden der Blitzableitungen bettet man in A. Ferner werden Pflanz 1 1707 als Laugen zu Farbe u. Bleiche, in Glashütten, als Beimischungsmittel zu Anstrichen, als Düngemittel (gleich den thierischen Aschen) u. diejenigen, welche schwefelsauren Kalk enthalten, zu Mörtelbereitung re. verwendet. — 2. Asche betrachtet man als Symbol der Vergänglichkeit; schon bei den alten Juden war das Bestreuen mit A. ein Zeichen der Trauer und Buße. Auch in derschristlichen Kirche war es früher Sitte, in einem Sack, d. Haupt mit A. bestreut, Buße zu thun. — 3. Asche, tournayische, s. Aschenkalk.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 1, S. 163Scan: Getty Research Institute (Internet Archive) · gemeinfrei

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