Bogenschützen hießen diejenigen Krieger zu Fuß oder zu betande deren Hauptwaffen in Bogen und Pfeilen beständen. Bei allen Orientalen stand der Bogen in hohen Ehren. Dhanurveda, Bogenkunde, hieß bei den Indern zugleich die Kriegskunst. Außer ihnen waren später die Parther und Numidier, von den griech. Stämmen die Kreter ausgezeichnete B. eder in der Phalanx, noch in der Legion fanden B. ihren Platz, sie wurden von den Bundesgenossen gestellt und kämpften als Leichtbewaffnete meist 5 den Flügeln der schweren Massen. Dagegen erschienen in den Heeren der Perser und Karthager viel B., wie auch die Reiterheere der German und Mongolen den Bogen führten. Die Germanen verachteten im allgemeinen die Fernwaffen für den Kriegsgebrauch und lernten sie erst auf ihren Wanderungen schätzen. Im Mittelalter wurden die englischen B. berühmt, deren Nationalwaffe, der Langbogen, Im lange Pfeile auf 160 m mit Sicherheit schoß. Sie gaben in vielen Schlachten die „1306 und namentlich bei Crecy 1346, Poitiers 1356 und Azincourt 1415, und errangen dem Fußvolk, welches im Mittelalter vor der Reiterei zurückgetreten war, schon vor Einführung der Handfeuerwaffen wieder alp erzi auf die ihm gebührende Stellung. Deshalb erhielt sich der Bogen in England auch bis in das 16. Jahrh. In Frankreich organisierte Karl VII. 1448 die sog. Freischützen (Pranc-archers) als eine Art stehender Truppe. (S. Arohers.) Der Bogen wurde allmählich durch die Armbrust (s. d.) und durch das sich verbreitende Feuergewehr verdrängt und ist nur noch bei halbwilden Völkern in Asien und den aebräucbhch. im Innern von Afrika und Amerika gebräuchlich.