Bielsk, Kreisstadt im europ.⸗russ. Gouvernement Grodno, an der Bjelanka, einem Nebenfluß des Narew, und an der Eisenbahn Brest-Bjelostok, hat vier griech. Kirchen, eine kathol. Kirche, zwei jüd. Gebethäuser, acht Jahrmärkte und 9703 C. Der Handel der Stadt ist unbedeutend. In dem Kreise von B. gibt es 12 Tuchfabriken mit einem jährlichen Umsatze von 184000 Rub. In den Chroniken wird B. schon 1253 erwähnt. Nach dem Aussterben des galizisch-volhynischen Fürstengeschlechts kam B. an Polen und hatte viel von den überfällen der Tataren und Deutschen Ritter zu leiden. Im J. 1564 wurde hier auf einem Landtag das volhynische Statut bestätigt. Im 17. Jahrh. geriet B. in Verfall infolge der Kriege Polens mit Rußland und Schweden und wurde 1664 geplündert und verbrannt. Durch die dritte Teilung Polens uR kam es an Preußen, wurde aber schon 1807 an Rußland abgetreten. Zu den Altertümern der Stadt gehört der Schloßberg mit den Ruinen eines Schlosses, in dem sich die poln. Könige aufhielten, die von hier aus ihre Jagdpartien nach der Bjelowjescher Heide unternahmen. Viety, bora (Weiße Berge), s. u. Altai.