Böhmische Steine heißen einesteils die in den böhm. vorzüglichen Glasschleifereien nach Art verschiedener Edelsteine gefärbten und geschliffenen böhm M Glasflüsse, andernteils aber auch jene böhm. Minerale, die man zu den eigentlichen Edel⸗ . . zählt, so z. B. der Citrin, ein gelber Bergrystall, welcher den Namen Böhmischer Topas (Topaze occidentale oder de Bohéme, Bohemian quartz) führt. Der ausgezeichnetste böhm. Edelstein ist der böhm. Granat (Mir Is. d.), der sich am südöstl. Fuße des böhm. Mittelgebirges findet und dort .½ und geschliffen wird. Boöhmische Weine. In Böhmen wird seit alten Zeiten Wein gebaut. Kaiser Karl IV. veredelte im 14. Jahrh. den Weinbau durch Einführung der Burgunder Reben und schützte die Weinduzierte sich der Anbau von Wein auf das Elbthal (Gebiet von Leitmeritz und Melnik), von wo in den Handel besonders die Tschernoseker und Melniker Sorten Hocmen Die Ausdehnung der Weingärten in +*⁷ Böhmen 315 sich 1880 auf 845 ha. Das ute Weinjahr 1878 lieferte 11805 hl Erträgnis. as Jahr 1880, ein Mißjahr, ergab nur 3905 hl. Als ältere gute Jahrgänge gelten die von 1865, 1868 und 1872. Als ergiebigste Rebensorten werden gepflegt Riesling, Traminer und der rote Burgunder. Die böhmischen Weine sind loenig einzelne Sorten schwer. Die Preise derselben stellen sich im ganzen sehr hoch, weil dieselben sich in r. Händen befinden und Notverkäufe nur ausnahmsweise vorkommen. —— ch-Aicha (czech. Cesky Dub), Stadt im böhm. Bezirke Turnau, am Jeschkenbache und am südl. Abhange des Jeschkenbergs, ist Sitz einer Bezirkshauptmannschaft und eines Bezirksgerichts, hat ein Schloß, bedeutende Fabriken für Woll⸗ und einenwaren, Flachs-⸗, Garn⸗ und Leinwandhandel und zählt (1880) 2619 E. Nordwestlich von B. be7 ich ein merkwürdiger Basaltdamm (die Teuelsmauer genannt) von 4 Em Länge und durchschnittlich 28 m Höhe bei 3,8 m Breite. „Böhmisch-Brod (czech. Cesky Brodh), Stadt in Böhmen, Hauptort des gleichnamigen Bezirks, am owehl Zembura und an der Hsterreichischen Nordwestlichen Staatsbahn (Linie Brünn-Prag), 32 km östlich von Prag gelegen, ist der Sitz des Bezirksamts und eines Dekanats, hat eine 96 0n abrik und zählt (1880) 3841 E. In der Nähe von „fand 30. Mai 1434 die große Hussitenschlacht statt, in welcher die Taboriten von den Calixtinern in Vereinigung mit den Katholiken eine vollige Niederlage erlitten und deren Anführer, Prokop d. Gr. und der Kleine, blieben. Mit dieser Schlacht endete der 15jährige Hussiten rieg. Böhmisch-Leipa uuß eskäLipa), Stadt in Böhmen, am Polzenfluß und an der Ochei en Nordbahn (Linie eigt, geleden, N welche hier nach Bodenbach abzweigt, gelegen, ist der Hauptort des gleichnamigen Bezirks, Sitz der Bezirkshauptmannschaft, des Bezirksgerichts und arlirchen, ein * vier Kirchen, darunter zwei Pfarrkirchen, ein alie tinerkloster, ein Obergymnasium, eine Oberrealschule, eine gewerbliche Fortbildungsschule, eine Lehrerbildungsanstalt mit einer Hauptschule, eine allgemeine Krankenanstalt, Kattundruckereien, eine Zuckerraffinerie, Flachsgarnspinnerei, Rotgarn⸗ — Samtweberei, Eisenbahnwerkstätte, zwei ühlen, eine Bierbrauerei, Ofenfabriken und Kürschnereien und zählt (1880) 10 170 deutsche E. Vgl. Just, „Der polit. Bezirk B.y (Böhmisch-Leipa 1879).