Animalisch heißt soviel als tierisch, aus dem Tierreich stammend, den Tieren eigentümlich, z. B. animalische Kost, animalische Wärme. Mit dem Namen animalische Funktionen bezeichnet man diejenigen Thätigkeiten des lebenden Körpers, welche nur den Tieren eigen sind und hauptsächlich von dem Nervensystem als bestimmendem Faktor ausgehen, nämlich Empfindung (wozu auch die Sinnes⸗ und Hirnthätigkeiten gerechnet werden) und willkürliche Bewegung (wozu Stimme und Sprache und überhaupt die Vermittelung des Gedankens mit der Außenwelt gehören). Alle Tiere ohne Ausnahme besitzen beide Eigenschaften, wenigstens während einer gewissen Zeit ihres Lebens, und auch selbst dann, wenn ein gesondertes Nervensystem oder Muskelsystem bei ihnen nicht erkannt werden kann. Indessen ist die Bewegung den Tieren nicht ganz allein eigentümlich, indem es gewisse Pflanzen und Pflanzenteile gibt, die sich allerdings bewegen, einige infolge äußerer Reize (wie z. B. die Blättchen der Mimosen oder die Staubfäden der Berberitzen), andere aber, wie die Sporen (Keimkörner) vieler niederer Pflanzen, mittels Flimmerhaaren oder peitschenförmigen Anhängen, und zwar so seltsam, daß diese Bewegungen von den willkürlichen der Infusorien nicht zu unterscheiden sind. Da es niedere Organismen in Menge gibt, welche ohne Differenzierung von Organen Empfindung und Bewegung zeigen, so ist es wahrscheinlich, daß diese beiden Eigenschaften ursprüngliche Funktionen der organischen Materie überhaupt sind, die aber bei den Tieren weiter entwickelt und differenziert, bei den Pflanzen aber durch andere Einrichtungen unterdrückt werden. Von den animalischen Funktionen des Tierkörpers unterscheidet man gewisse, an die Funktionen der Pflanzen erinnernde als vegetative Funktionen; es gehören dahin alle auf den Stoffwechsel bezüglichen Thätigkeiten, wie Kreislauf, Atmung, Aufsaugung, Absonderung und Verdauung. Auimalische Bäder oder Tierbäder bestehen in der Regel in dem Einbringen einzelner Glieder oder auch (3. B. bei kleinen Kindern) des bis⸗ Körpers des Patienten in die Oen Leilebenswarmer Tiere. Doch rechnet man zu denselben auch die Behandlung kranker Glieder durch Auf⸗ und Umlegen von Teilen frisch geschlachteter Tiere, oder durch Hineinhalten in deren Eingeweide oder noch warmes Blut. Solange man noch in der tierischen Wärme spezifische Lebensgeister zu sehen glaubte, knüpfte man auch an solche Bäder große Hoffnungen; en Kallen at e wurden gelähmte Glieder, in seltenen Fällen auch zu früh geborene Kinder, auf diese Weise behandelt. Gegenwärtig weiß man, daß die tierische Wärme nicht anders wirkt als Wärme überhaupt, und die Erfahrung hat außerdem gelehrt, daß die tierischen Bäder keinen Vorug vor andersartiger passender Anwendung der seuchten Wärme haben. Ihre Anwendung ist daher nur noch eine sehr beschränkte. (S. auch Bad.)