Böhtlingk (Otto), ausgezeichneter Kenner der orient. Sprachen, namentlich des Sanskrit, geb. 30. Mai (11. Juni n. St.) 1815 in Petersburg, wohin seine Voreltern aus Lübeck schon 1713 eingewandert waren. Er besuchte zuerst die dortige deutsche Hauptschule zu St. Petri und Pauli, dann das Gymnasium zu Dorpat und bezog 1833 die Universität zu Petersburg, um sich dem Studium der orient. Sprachen zu widmen. Nachdem er bereits im Arabischen und Persischen tüchtige Kenntnisse sich erworben, führte ihn die Bekanntschaft mit Bollensen, einem Schüler von Ewald, zum Sanskrit. Seiner weitern Ausbildung in diesem Fache wegen ging B. im Frühjahr 1835 erst nach Berlin, dann nach Bonn, von wo er 1842 als Adjunkt der kaiserl. Akademie der Wissenschaften nach Petersburg zurückkehrte. Im J. 1855 wurde er zum ordentlichen Mitglied der Akademie, 1860 zum Wirkl. Staatsrat, 1875 zum Geheimrat ernannt, nachdem er 1868 nach Jena übergesiedelt war, wo er seitdem lebt. Die Arbeiten B.s, sowohl im Sanskrit als im Türkischen und den verwandten Dialetten, zeichnen sich durch Genauigkeit und Sorgfalt, besonders in der Behandlung des Grammatischen und Lexikalischen aus. Von seinen vielen Schriften sind hervorzuheben: die Herausgabe von Paninis Acht Bucher grammatischer Regelno (2 Bde., Bonn 1839—40), Vopadevas «Grammatikv (Petersb. 1847), Kalidasas 4 Sakuntala (Text mit lübersetzung, Bonn 1842), 4 Sanskrit-Chrestomathieß (Petersb. 1845; 2. gänzlich umgearbeitete Aufl. 1877), Hematschandras „(Wörterbuch» (Petersb. 1847), «über die aabnh⸗ der Jakuten v (Text, Grammatik und Wörterbu „Petersb. 1851), Indische 7* ey (2. Aufl. in 3 uSlichet 1870—73), Übersetzung des Schauspiels 4 ritschakatika oder das irdene Wägelchen» (Petersb. 1877). Außerdem erschienen von ** mehrere gediegene Abhandlungen, unter denen hauptsächlich die über den Accent im Sanskrite (1843) . erwähnen ist, in den Mémoireso der Akademie der Wissenschaften, sowie kleinere Mitteilungen im Bulletin⸗ derselben Akademie und andern gelehrten Zeitschriften. Sein Hauptwerk bildet jedoch das in Gemeinschaft mit Rud. Roth in Tübingen bearbeitete große Sanskrit-Wörterbuch» (7 Bde. Petersb. 1853—75), welches den ganzen S rachschatz der altind. Litteratur mit möglichster Vollständigkeit darlegt. Von einer Bearbeitung desselben in kürzerer uhmng sind zwei Bände (Petersb. 1879 u. 1880) erschienen. ö‚ Arthur B., Neffe des vorigen, br. 19. (31.) Mai 1849 zu Petersburg, Professor der Geschichte an der Universität Jena, ist Verfasser von Rapoleon Bonaparte, seine Jugendgeschichte und sein Emporlommen» (Bd. 1 u. 2, Jena 1878—80) und der Dramen König Konrade (Jena 1881) und Franz