Boissier (Marie Louis Gaston), franz. Gelehrter, eb. 15. Aug. 1823 zu Nimes, che das dortige yceum, dann das Lyceum Louis-le-Grand in Paris und seit 1843 die Normalschule daselbst. Er war 1846—56 Lehrer der Rhetorik in Nimes, dann am Lyceum Charlemagne zu Paris und hält seit 1861 am Collége de France, seit 1865 an der Normalschule Vorlesungen über die lat. Litteratur. Im J. 1876 wurde er zum Mitglied der Französischen Akademie erwählt. B.s Werke beruhen auf einem reichen gelehrten Wissen und zeichnen sich durch gewandte Darstellung aus. Er schrieb: Etude sur Térentius Varron (1859), 4Cicéron et ses amis, étude sur la société romaine au temps de Césaro (1866; deutsch von Döhler, Lpz. 1870), La religion romaine d'Auguste aux Antoninso (2 Bde., 1874), „L'opposition sous les Césars „ (1875), Promenades archéologiques, Rome et Pompéio (1880).