Boissien (Jean Jacques 6 Maler und Kupferstecher, geb. 1736 * Lyon, woselbst er sich vorzugsweise aufhielt und 1810 starb. Doch hatte er in jüngern Jahren Gelegenheit Wdichaf sich in Italien und Paris sowohl in der Landschaftsmalerei, noch mehr aber im umfufsenbes zu vervollkommnen. Sein 124 Blatt um an Oeuvrev, zum Teil nach seinen eigenen Zeichnungen in Tusch und Kreide, wurde 1824 zu Paris von Chaillon-Potrelle neu herausgegeben. Ruisdael, du Jardin, van der Velde sind die Meister, n. deren Gemälden er öfters Stiche fertigte. Seine besten Blätter sind: Der Charlatan, Der Dorfabend, Die Mühle, Selbstporträt. einer der gelehrtesten Hellenisten Fran reichs, geb. 12. Aug. 1774 zu Paris, machte daselbst seine Studien und war während der Revolution längere Zeit Beamter im Ministerium des Auswärtigen, dann 1801 Generalsekretär des Depart. Haute-Marne, entsagte aber dieser Stellung bald, um sich den Wissenschaften zu widmen. Durch zahlreiche x ilol.⸗ kritische Aufsätze, namentlich für Millins Magazin encyclopédiquev, vorteilhaft bekannt, ward er 1809 zum Adjunkten Larchers und nach dessen Tode 1812 —— Professor der griech. Litteratur an der pariser niversität ernannt; 1816 erfolgte seine Wahl in die Akademie der Inschriften. Seit 1828 an das College de France versetzt, wirkte er in seinem Lehramte bis asi erjolgte vor seinem Tode, der 8. Sept. 1857 zu Passy erfolgte. Außer zahlreichen Beiträzu Zeitschriften und Sammelwerken hat B. eine eihe größerer philol.⸗kritischer Arbeiten, besonders über griech. Schriftsteller der spätern Zeit geliefert, welche lands tamen auch in der Gelehrtenwelt Deutschlands belkannt gemacht haben. Dahin gehören, außer den Ausgaben von Schriften des Theophylaktos Symokatta, Michael Psellos, Aneas und Chorikios Gazäos, Pachymeres, Tzetzes n. s. w., die Ausgaben von des Marinus (Vita Procliv KCpz. 1814), des Tiberius Rhetor (Lond. 1815), der Partitionesv des Herodian (Lond. 1819), der Narratio amatoriav des Eugenianus (2 Bde., Par. 1819), der „Epistolaer des Aristänetos (Par. 1822), der Vitae sophistarumo des Eunapios (2Bde., Amsterd. 1822), ferner der «Epistolae des Philostratos (Par. u. Lpz. 1842), des Syntipasv (Par. 1828) und der Fabeln des Babrios (Par. 1844). Durch seine Sylloge poetarum graecorumv (24 Bde., Par. 1829— 44) leistete er den klassischen Studien in Frankreich wesentlichen Vorschub. Von Wichtigkeit für die byzant. Geschichte und das Studium der griech. Grammatiker sind B.s Anecdota graeca (5 Bde., Par. 1829—44) und „Anecdota nova brrer 1840. Auch hat sich B. durch Ausgaben mehrerer franz. Schriftsteller Verdienste erworben. Aus sei-Nachlasse erschien noch Critique littéraire sous le premier Empire (2 Bde., Par. 1863). Boissy d'Anglas (Francois Antoine, Graf von), fu & Staatsmann und Publizist, geb. 8. Dez. 1756 zu St.⸗Jean-Chambre im Depart. Ardeche stammte aus einer prot. Familie. Beim Ausbruch [der Revolution Maitre d'Hötel beim Grafen von Provence (Ludwig XVIII.), ward er von Annonay in die Generalstande gewählt. Als Mitglied der Konstituierenden Nationalversammlung beschuldigte man ihn, die franz. Monarchie in eine prot. Republik umwandeln zu wollen. Nach Auflösung dieser Versammlung ward er zum Generalprokurator des Depart. Ardeche ernannt, welchen Posten er mit Festigkeit und Gerechtigkeit verwaltete, bis er in den Konvent kam. Hier stimmte er in dem Prozeß des Königs für Detention und Verbannung, sobald die Sicherheit des Landes diese gestatte. Während der Schreckensherrschaft hielt er sich zurückgezogen und trat erst am 8. und 9. Thermidor, wo Robespierre stürzte, wieder hervor. Seine Verbindung mit Tallien und 35 Freunden bewirkte die Katastrophe. Nun ward er Mitglied des Wohlfahrtsausschusses, in welchem er Talent und Klugheit an den Tag legte. Beauftragt, die Verproviantierung von Paris zu leiten, ward er dem Volke als einer der Urheber der hereingebrochenen Hungersnot be0 net, weshalb er während der tumultuarischen uftritte vom 12. Germinal und 1. Prairial des 0 IIeinen äußerst schweren Stand hatte. Nur eine Ruhe und Geistesgegenwart retteten ihn, als er sich im unehen aah, von einem wütenden Volksaufen umgeben sah, der das Konventsmitglied eraud vor seinen Augen niedermachte. Nachher kam B. in den Rat der Fünfhundert, dessen Präsident er mehrmals war. Dem Direktorium feindlich gesinnt, wurde er des Einverständnisses mit dem monarchistischen Klub Clichy beschuldigt und 18. Fructidor des J. V(1797) zur Deportation verurteilt, der er jedoch durch die Flucht nach England entging. Bonaparte rief ihn zurück, und durch denselben ward er zuerst zum Tribunat und dann mit dem Grafentitel in den Senat berufen. Ludwig XVIII. ernannte ihn zum Pair. Nach der zweiten Restauration ward er, weil er während der Hundert Tage in der Pairskammer Platz genommen, aus der Pairsliste gestrichen, schon im Aug. 1815 aber wieder in dieselbe aufgenommen; er verteidigte das Wahlgesetz, die Jury, die ½% und trat mit Eifer in Opposition gegen die Hofpartei. B. starb zu Paris 20. Okt. 1826. Als sein vorares Car Werk gelten die Recherches sur la vie et les écrits de Malesherbeso (3 Bde., Par. 1819).