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ErdkundeBrockhaus 1882

Bolgary, Krondorf im S an 2 Kreise des europ.⸗russ. Gouvernements Kasan, 27 km westsüdwestlich von der Kreisstadt Spaßk und 6 km von der Wolga unterhalb der Mündung der Kama entfernt Win dem ehemaligen Uspenskoi-Kloster auch Uspenskoe Selo genannt). 0 dem Dorfe und in dessen Umgebung befinden sich die Ruinen der alten Hauptstadt des Bulgarenreichs, Bolgara oder Bulgar, die in den russ. Chroniken unter dem Namen Weliki Gorod, d. h. Große Stadt, vorkommt. Die Zeit der Grünbung B.s ½½9 kannt, doch ist aus den hier aufgefundenen uUnzen ersichtlich, daß sie schon im 10. Jahrh. existiert hat. on-Chaukal, ein Schriftsteller aus der zweiten älfte des 10. Jahrh., berichtet, daß die Stadt noch nach der Zerstörung durch die Russen 10000 E. gehabt habe. Im 14. Jahrh. wurde B. durch Tamerlan zerstört und geriet in gänzlichen Verfall nach der en der S der Goldenen Horde (1480). Die Ruinen der Stadt, sowie die Erdwälle und Gräben, die früher als Befestigungswerke gedient Dr nehmen einen großen Flächenraum ein. Der Erdwall, der einst in der Länge von 9 km die Stadt umgab, ist noch jetzt ziemlich hoch, jedoch an vielen Stellen bereits eugesthnt: der Graben hat an manchen Stellen noch eine Tiefe von 9 m. Die Ruinen der Gebäude befinden sich sowohl innerhalb als meh außerhalb des Walles und zerfallen immer mehr, da die Bauern beständig Bruchsteine aus den Mauern reißen. Pallas und Oscretzkowski, welche B. am Ende des 18. Jahrh. besuchten, fanden hier noch 44 steinerne, ziemlich wohlerhaltene ebäude, von denen gegenwärtig nur noch fol-Hina vorhanden sind: ein ungefähr 34 m hohes inaret, dessen oberer Teil auf Befehl Peters d. Gr. mit zwei eisernen Reifen umschmiedet ist; die Fundamente von vier Türmen, die wahrscheinlich zur Moschee der Chane gehörten; ein 10 m gohes Gebäude, in welchem die jetzt eingegangene irche des heil. Nikolaus erbaut war; ein später als Klosterkeller dienendes Gebäude; der Schwarze Dosß der Weiße Hof, der nach Pallas früher eine Moschee, nach Erdman eine Badeanstalt dezie war; ein kleines Minaret von 27 m Höhe; die Ruinen eines in der Nähe des kleinen Minarets liegenden Gebäudes, das ein quadratförmiges Fundament hat; die Ruinen des Palastes der Chane, die jetzt nur einen unförmlichen Steinhaufen bilden; der sog. Griechische Hof auf einer Anhöhe außerhalb des Walles, der ebenfalls schon längst in Trümmern liegt. Im Fundamente der neuen Kirche wurden tatar. und armen. brd nrren gefunden, die aus dem 13. und 14. Jahrh. Adenlund. und auf Befehl Peters d. Gr. übersetzt worden sind. Die hier gefundenen silbernen und kupfernen Münzen gehören größtenteils der Tamerlanschen Zeit an. Vgl. Saint-Martin, Wotice et explication des inscriptions arméniennes et arabes de Bolgari, suivie d'une note sur les inscriptions turques et arabes de la même villes (Par. 1839). ½½%½ lecken in Bessarabien, s. Bjelgrad.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 282Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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