Bolin (Wilh.), schwed. Gelehrter, geb. 2. Aug. 1835 zu Petersburg, besuchte die deutsche Hauptschule St. Petri daselbst, studierte seit 1852 in Helsingfors Philosophie und Geschichte und begab sich 1857 nach Deutschland, wo er mit bedeutenden Gelehrten und P r insbesondere mit Ludw. Feuerbach, nähere Beziehungen anknüpfte. Die religionsphilos. Ideen des letztern haben auf B. einen bestimmenden Einfluß geübt. — J. 186⁵5 wurde B. Vikar für die erledigte philos. Professur in Helsingfors, 1869 Honorar⸗ und 1870 außerord. Professor der Philosophie daselbst. Im Frühling 1873 wurde er zum Bibliothekar an der Universitätsbibliothek ernannt. B.s Vorlesungen erstreckten sich auf Psychologie, Logik und Geschichte der philos. Systeme. Unter seinen philos. Schriften sind zu nennen: „Die Entwickelung des Familienbegriffs bis zum Zeitalter der Reformation⸗ (Helsingf. 1860), „Die Familiey (Helsingf. 1864), Leibniz als Vorläufer Kants » (eine Proplem der rift, Helsingf. 1864), «über das Problem der? illensfreiheit v Gelsingf. 1868), «Das Staatsleben Europas und H9½ Lehren der Philosophie seit dem 16. Jahrh. o (2 Bde., Helsingf. 1868—71). Diese Schriften sowohl als eine Reihe kleinerer Arbeiten in he schriften sind in schwed. Sprache verfaßt. Schwedisch gab er ferner einen Bühnen⸗ und Familien-Shalspearey (Lond. 1879 fg.), 30 bearbeitete Stücke umfassend, heraus.