FeedBommel oder Zalt-Bommel
ErdkundeBrockhaus 1882

Bommel oder Zalt-Bommel, Stadt in der niederländ. Provinz Geldern, am linken Ufer der Waal, in welcher hier noch Ebbe und Flut der Nordsee bemerkbar sind, und an der Eisenbahn Boxtel-Utrecht, 15 Em üwestiich von 2 von Herzogenbusch und 15 km südwestlich von Tiel gelegen, ist Sitz eines Kantonalgerichts, hat ein schönes Rathaus, eine reform. Kirche mit vorzüglicher Orgel, Freskomalereien und hohem Turm, eine lath. Kirche, eine Synagoge, ein G mnasium und eine höhere Dhe chule, etwas Industrie und ählt 4050 E. Ehemals war B. eine sehr starke Feiung, die 1599 von den Spaniern unter endoza mit der größten Anstrengung, doch vergeblich belagert, 1672 aber von den Franzosen nach tapferer Gegenwehr genommen wurde. Der nach der Stadt benannte, 26 km lange und bis 9 km breite, fruchtbare und weidereiche Bommeler Waard (Werder) wird dadurch gebildet 0 sich die Maas, nachdem sie 7 km oberhalb B. bei der Schanze St.⸗Andries mittels des Sanct-⸗Andrieskanals die Waal berührt, in einem nach Süden gewandten Bogen über Crevecoeur und Heusden fließt und dann erst, 19 km unterhalb der Stadt, bei der Festung Woudrichem oder Workum, mit der Waal vereinigt. An der Westspitze des Werders atz das Schloß oder Fort Loevenstein, berühmt als Gefängnis (1619) der Ratspensionäre 0 Grotius von Rotterdam und Hogerbeets von Leiden, an der Ostspitze die St.⸗Andriesschanze, welche die Arauten zu Ende des 16. Jahrh. als Trutz-Bommel erbauten. Die Schanze wurde von den Franzosen unter Delmas 11. Dez. 1794 bestürmt und erst 27. Dez. der ganze Werder erobert. Letzterer war im Dez. 1813 von den Ichidten X stark befestigt, mußte aber wegen der geschickten Bewegungen des preuß. Generals von Bülow geräumt werden.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 299Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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