Boothia Felix (spr. Buhßia), eine größere Halbinsel und der am weitesten nach Norden reichende Ausläufer (72* nördl. Br.) des nordamerik. Kontinents, mit welchem dieselbe durch den Boothia-Isthmus zusammenhängt. Im O. wird B. durch den Boothia-Golf von Cockburnland, im N. durch die Bellotstraße von der Insel u der Insel in NW. durch die Franklinstraße von der Insel Prince-Wales-Land und im SW. durch die Roßstraße von King-Williams-Land getrennt. John Roß entdeckte die Halbinsel w1831 und benannte sie nach Sir Felir Booth, welcher die Kosten dieser Entdeckungsreise bestritt. An der Westkuste dieses Landes, bei Kap Adelaide, in 70² 5 17“ nördl. Br. und in 96 46 45“ westl. L. von Greenwich, fanden John Roß und sein Neffe James Roß den magnetischen Nordpol. Böotien (grch. Bororia, neugrch. Viotia gef——½%½ die umfangreichste von den Landschaften Mittelgriechenlands, grenzt im W. an Phokis, im N. an das Land der Opuntischen Lokrer, im S. an Attika und Megaris; seine tpischen M. wird von einem Teile des innern Korinthischen Meerbusens, dem sog. Alkyonischen Meere, bespült, seine Ostküste ist von der Insel Euböa durch einen 2n sehr breiten Sund b a der sich, gerade der Mitte der Insel gegenüber, zu einem schmalen Kanal, dem sog. Curipos, verengt, über welchen noch jetzt wie im Altertum seit 410 v. Chr. eine Brücke hinwegführt. Der Hauptteil der Landschaft ist ein auf allen Seiten von erhöhten Rändern umschlossener Thalkessel, in welchen von NW. her durch eine Offnung zwischen den Randgebirgen ein nicht unbeträchtlicher Fluß, der Kephissos, außerdem zahlreiche kleine zäche von den Bergen herab einströmen, während die ur keinen Ausfluß aus dem Kessel, sondern nur Abflüsse durch unterirdische Spalten im 110 der Berge (jetzt Katabothren genannt) haben. Infolge dieser Gestaltung sind die tiefer liegenden Strecken des Thalkessels während der Wintermonate Ein großer See, die sog. Kopais, deren Wasser von Anfang Mai an zu sinken anfängt und allmählich bedeutende Strecken guten Bodens zum Weizenbau und zur Weide, andere, die länger feucht bleiben, wenigstens für Reis⸗ und einigen Stellen, ber benutzbar macht, während an einigen Stellen, besonders im NW. bei der alten Stadt Orchomenos, im NO. bei dem alten Kopae (von welcher Stadt der See seinen antiken Namen erhalten hat, wie er auch jetzt noch Drtt an die Stelle von Kopae getretenen kleinen Ortschaft Topolia der See von Topolia genannt wird), im S. bei dem alten Haliartos, immer tiefe Sümpfe bleiben, an deren Rändern Rohr wächst, welches im Altertum als vortreffliches Material für Flöten geschätzt wurde. Ein anderes sehr geschätztes Produkt des Sees waren die Aale, die besonders auch auf dem athenischen Fischmarkte eine bedeutende Rolle spielten. Andererseits übt der See auch einen übeln Einfluß aus, indem er häufige Fieber erzeugt und die Luft dicht und schwer un ein Umstand, aus dem man im Altertum den angel an feinem Sinn und den Reson zur Schwelgerei herleitete, welche den Böotern esonders ihre Nachbarn, die Athener, zum Vorwurf machten. Unter den das Seethal umschließenden Gebirgen ist das bedeutendste der Helikon, von den Dichtern als Sitz der Musen gefeiert, mit einem Haine der Musen und den Musenquellen Aganippe und 7151. Bothe welches Gebirge mit seinen nördl. und südl. Vorbergen und Verzweigungen den 0 zen südwestl. Teil der Landschaft einnimmt. Vom östl. Fuße 10. Gebirges 7 sich ostwärts bis nach Theben (s. d.), der bedeutendsten unter den böot. Städten, eine Hü Dhere Berz an welche sich im O. und NO. wieder höhere erge, wie der Teumessos, das Aben un und die ndl.u anschließen. Zwischen denselben und den die südl. und östl. Ränder des Seethals bildenden Felshügeln (Sphinxberg, Phönikion und Ptoon) erstreckt sich eine Ebene, in welcher sich noch Ferd durch unterirdische Zuflüsse mit der Kopais in Verbindung stehende Seen, der Hylische und die Paralimne (Nebensee), befinden. Der südlichste Teil der Landschaft endlich zwischen den östl. Fortsetzungen des Helikon und dem die Grenze gegen Megaris und Attika bildenden Kithäron ist eine benäsert wur Ebene, welche von dem Flusse Asopos bewässert wird. An dem westl. Rande derselben lag die Stadt Platää, auf deren Feldern 479 v. Chr. die letzte gehlagen wurde. der Griechen gegen die Perser geschlagen wurde. Die ältesten Bewohner der Landschaft gehörten dem uhnen ban und dem lelegischen Volksstamme an; zu ihnen kam von O. her der wahrscheinlich se-Theben Stamm der Kadmeer, welche die Burg von Theben, die Kadmeia, gründeten, von N. die Pierischen Thraker, welche sich hauptfächlich am Helikon ansiedelten und dort den Dienst der Musen stifteten. Später (nach der gewöhnlichen Chronologie 60 Jahre nach der Zerstörung von Troja) wanderten aus 27 salien die äolischen Böoter ein, welche sich allmählich die ganze Landschaft unterwarfen und ihr ihren Namen gaben: nur das Reich der gleichfalls aus Thessalien stammenden Minyer, dessen Mittelpunkt Orchomenos war, histo + noch eine längere Zeit selbständig. In der histor. Zeit waren h digen Städte der Landschaft (ursprünglich wahrscheinlich 14, später weniger) zu einem Bunde vereinigt, dessen Vorort Theben, dessen Bundesheiligtum der Tempel der Athene bei Koronea (an der Südwestseite der Kopais) war. An der Spitze der Exekutive standen die immer auf ein Jahr erwählten, aber nach Ablauf desselben wieder wählbaren Böotarchen, von denen Theben zwei, die übrigen Bundesglieder je einen ernannten; die höchste be⸗ %½% e Gewalt lag in den Händen von vier atskollegien. Vgl. Francke,Der Böotische Bundo (Wism. 1843). Auch unter der macedon. Herrschaft bestand der Bund wenigstens der Form nach fort, wurde zwar von den Römern nach der Zerstörung Korinths (146 v. Chr.) aufgehoben, aber bald wieder erneuert, und erhielt sich noch, wenn auch ohne wirkliche polit. Bedeutung, bis in die spätere röm. Kaiserzeit. Von Feldherren und Staatsmännern, die B. hervorgebracht hat, sind besonders Epaminondas und Pelopidas, von Dichtern Hesiod, Pindar und Korinna, von Geschichtschreibern Plutarch u nennen. Von Künsten wurden die Flötenmusik, ie Malerei und die Gymnastik eifrig gepflegt. Im Mittelalter und unter der türk. Herrschaft war, anstatt des sehr herabgekommenen Theben, Livadia (altgrch. Aeßαdeα, mit einem berühmten Orakel des Trophonios, westlich von der Kopais) der Hauptort der Landschaft B., die Gnet ward. auch mit dem Namen dieser Stadt bezeichnet ward. Im jetzigen Königreich Hellas bildet sie einen Teil der Punter At Attikoviotias (Attika und Böotien, s. unter Attika) und ist in zwei Eparchien (Bezirke) geteilt; eine östlichere mit Theben (Thivä) und eine westlichere mit Livadia als Hauptort, welche beide zusammen (1879) 44546 E. zählen. Die Bevölkerung, welche im östlichern Teile der Landschaft größtenteils albanes. Abstammung ist, beschäftigt sich hauptsächlich mit Getreide⸗ und Weinbau, im SW. (dem Gebiete des Helikon) mit Viehzucht. In den Hügeln bei Theben findet sich Meerschaum, der von den Türken eifrig ausgebeutet worden ist. Vgl. Bursian, «Geographie von Griechenlande (Bd. 1, Lpz. 1862).