Borsod (spr. Borschod), ungar. Komitat im diesseitigen Theißkreise, grenzt im N. an Torna und Gömör, im O. an Abaujvar, Zemplin und Szabolcs, im S. an Heves, im W. an Gömör und Heves und umfaßt einen Flächenraum von 3510 qkm mit (1880) 195311 E., größtenteils Magyaren kath. und reform. Konfession. Der Nordwesten ist überwiegend gebirgig, nur der südöstl. kleinere Teil eine fruchtbare Ebene. Hauptgebirge ist das Bükkgebirge (d. i. Buchengebirge) mit dem Bälvänyko (d. i. Götzenstein, 946 m). Das schönste und breiteste Thal ist das des Sajöflusses. Theiß von diesem wird das Komitat noch von der Theiß, dann von der Bodva, Szinva, Eger (Erlenfluß), dem Hernad oder Kundert bewässert. Interessant ist der Hejjo (oder Hejö, d. i. Warmwasser), der in seinem Oberlaufe nie gefriert, da er aus warmen Quellen entspringt. B. wird seiner vielseitigen Fruchtbarkeit wegen als Kleinungarn bezeichnet, indem es fast alle Erzeugnisse in sich faßt, welche die verschiedenen Teile Ungarns hervorbringen, und sowol in Betreff des Getreidereichtums wie der Weine, des Obstes, der Mineralien u. s. w. zu den gesegnetsten Land strichen gehört. Auch die Industrie ist blühend, insbesondere die Eisen⸗, Stahl⸗, Glas-und Papierfabrikation sowie die Mehlerzeugung; das Komitat wird von vier Eisenbahnlinien durchschnitten. Die Straßen sind ebenfalls in gutem Zustande. Hauptort des Komitats ist Miskölcz (s. d.).