Borstell (Ludw. Georg Leop. von), preuß. General der Kavallerie, geb. 30. Dez. 1773 zu Tangermünde in der Altmark, betrat 1788 die militärische Laufbahn im Kürassierregiment von 9— zeichnete sich 1793 in den Schlachten bei irmafens und Kaiserslautern aus und kam 1799 zum Regiment der Gardes-du-Corps, in welchem er als Major 1806 die Schlacht bei Auerstädt, den Rückzug nach Preußen und den Ineden von 1807 mitmachte. Nach dem Tilsiter Frieden wurde er Mitglied der Kommission Iu die Organisation des eeres, in welcher er die Interessen der Kavallerie . lebhaft gegen Scharnhorst u. a. vertrat, und ügeladjutant, 1809 Oberst, 1812 General und efehlshaber in Pommern, wo er mit Berun Entschlossenheit und ohne Befehle aus Berlin abzuwarten den Eigenmächtigkeiten der in Schwedisch-Pommern stehenden Franzosen entgegentrat. B. wurde 1813 unter Norks Befehl gestellt und nahm nach Ausbruch des Kriegs zuerst am Treffen bei Möckern unweit Magdeburg 5. April den ruhmvollsten Anteil, blockierte Magdeburg, stieß zum Bülowschen Korps, trug wirksam zum Siege von Großbeeren bei und führte bei Dennewitz dadurch die Entscheidung herbei, daß er von Kroppstädt nach dem Schlachtfelde eilte, sich dem linken Flügel Bülows anschloß und Gölsdorf, den Schlüssel der schligte er Stellung, erstürmte. Bei Leipzig beehligte er den Sturm auf die Grimmaische Vorstadt, und seine Truppen waren die ersten, die in die eigentliche Stadt eindrangen. Zum Generallieutenant befördert, blockierte er Wesel, nahm von dort aus durch kühne ½ Düsseldorf und Neuß und vereinigte sich zu Anfang 1814 wieder mit Bülows Armeekorps, das in Belgien eindrang. Er kämpfte bei Hoogstraaten und später bei Courtray, half die Belagerung von Maubeuge decken und kam erst vor Soissons wieder zum Bülowschen Korps. Im J. 1815 erhielt er das Kommando des 2. preuß. Armeekorps und organisierte dasselbe in Namur, als einige sächs. Bataillone in Lüttich meuterten. Blücher sandte die schuldigen Bataillone nach Namur und beauftragte B., sie zu entwaffnen, die Fahnen verbrennen und sieben Hauptmeuterer erschießen zu lassen. B., mit dieser bal5 nicht einverstanden, gehorchte nicht, wurde deshalb seines Kommandos enthoben und mit mehrmonatigem detem Sarrest bestraft, weshalb er nicht an dem etzten Feldzuge gegen Rapoleon teilnehmen konnte. Im J. 1816 wurde B. mit dem Generalkommando des 1. Armeekorps betraut und zum Chef des 5. Kürassierregiments ernannt, erhielt 1825, zum General der Kavallerie befördert, das Generalkommando des 8. Armeekorps zu Koblenz und 1832 den Schwarzen Adlerorden. Auf seinen eigenen Wunsch ward er 1840 als Mitglied des Staatsrats —* Disposition gestellt und starb 9. Mai 1844 zu erlin. — Sein Zwillingsbruder, Karl Heinrich Emil Albrecht von B., diente in der Kavallerie, wurde 1831 Generallieutenant, war zuletzt Kommandeur von Stralsund, erhielt 1845 als General der Kavallerie den nachgesuchten Abschied und starb 11. Juli 1856.