Bourbaki Charles Denis Sauter), franz. General, wurde 22. April 1816 zu Pau geboren als der Sohn eines Obersten griech. Ursprungs, der im Unabhängigkeitskriege Griechenlands 1827 seinen Tod fand. In der Militärschule zu St.⸗Cyr vorgebildet, trat B. 1836 als Unterlieutenant in das 59. Linieninfanterieregiment und 1837 in das Zuavenkorps, in dem er im Dez. 1837 zum Lieutenant und 1842 zum Kapitän befördert wurde. Dann Ordonnanzoffizier des Königs Ludwig Philipp, wurde er 1847 Bataillonskommandant bei den Turkos in Konstantine und trat 1850 als Oberstlieutenant in das 1. Zuavenregiment, dessen Oberst er 1851 wurde. Am 14. Okt. 1854 stieg er zum Brigadegeneral auf und zeichnete sich im Orientkriege an der Spitze des 1. und 2. Zuavenregiments in der Schlacht an der Alma, dann bei Inkerman und 8. Sept. 1855 beim Sturm auf den Malakow aus. Nach dem Kriege wurde er Kommandant der Subdivision der Gironde, später aber dem General-Dioizonse von Algerien beigegeben und 1857 zum ivisionsgeneral befördert. Als 1859 der Krieg gegen Osterreich in Italien ausbrach, befehligte B. die Division von Lyon, mit der er sich in der Schlacht fvon Solferino auszeichnete, und nach dem Friedensschlusse die 1. Garde-J 1869 wurde er Flügeladjutant des Kaisers und Kommandant des Lagers von Chälons, im Juli 1870 an Stelle Bazaines Kommandant der Kaisergarde. Mit dieser nahm er einen hervorragenden nteil an den Schlachten (16. und 31. Aug.) um Metz. Am 25. Sept. gelkung eines franz. Agenten, Namens Re ier, verkleidet Metz zu verlassen. Er reiste über emburg vertraulicher Sendung nach C iselhurst (in England) zur Kaiserin Eugenie, kehrte aber alsbald wieder nach Frankreich zurück, wo ihm die in Tours befindliche Delegation der provisorischen Regierung 22. Okt. den Befehl über die Nordarmee, mit dem + 7 zu Lille, übertrug. B. fand jedoch ei der Ankunft auf seinem Posten diese Armee in einem so traurigen H*dHn daß er zunächst, und mit viel Erfolg, deren Reorganisation ausschließlich seine Thätigkeit widmen mußte und au Feldoperationen verzichtete. Dies er ihm vielfachen Tadel von seiten des Kriegsmini er 19. Nov. abberufen wurde und nach Tours ging, um sich gegen die Anschuldigungen zu verteidigen. Fitgelt wurde ihm der Befehl über den rechten lügel der Loire-Armee (18. und 20. Korps) über-Belen doch erreichte er diese Korps erst 2. Dez. bei Bellegarde, nach der Niederlage der Loire-Armee bei Orleans, und wurde 8. Dez. beauftragt, bei Besangon die Ostarmee (15., 18., 20. und 24. Korps und Division Cremer) zu bilden. Diese Streitmacht erlangte eine Stärke von 150000 Mann und erhi gabe, im Verein mit den von Lyon aus nördlich vorgeschobenen Truppen unter Garibaldi die Festung Belfort zu entsetzen, das Elsaß wiederzunehmen und die deutsche Verbindung zwischen Paris und dem Rheine ft. unterbrechen. Den weit überlegenen Streitkrä General Werder (s. d.) seine Stellung zu Dijon auf und versammelte seine Truppen bei esoul, von wo aus er 9. Jan. 1871 b liche Flanke fiel und die aufhielt. Werder erhielt hierdurch Zeit, die verfarte und teilweise durch elagerungsges chütz vertärkte Stellung Delle-Montbeliard-Hericourt-Lure 6 erreichen, in welcher er 15., 16. und 17. Jan. erolgreich die heftigen An Zerkannte das Vergebliche seines Vorstoßes, zumal er bereits durch den Anmarsch der deutschen Südarmee unter umucen in seiner linken Flanke, diezer da sogar im Rücken dieser Doch schon 25. Jan. war es den Deutschen gelunsen, ihm den Weg im Süden von Besangon zu ver-W und die Eisenbahnverbindungen auf Lyon abuschneiden. Infolge dessen faßte B. den Entschlu aus gegen Osten und längs d zumarschieren. Durch die Niederlage demoralisiert, ohne Verpflegung, vom Feinde gehetzt, in den Gebirgen der Cöte⸗ Or und des Jura durch Schnee, Eis und Unwegsamkeit gehindert, befanden sich seine Truppen nach 14tägigen Märschen in dem trostlosesten Zustande. Zerwürfnisse mit Gambetta und beständige un seine desselben in die Truppenführung machten des Kommandos enthoben werden. In Verzweiflung über seine Lage machte B. 26. Jan. einen Selbstmordversuch. Seinem Willen gemäß übernahm General Clinchant die Nabnscha der Armee. Unter großen Verlusten an Mannschaft und Material auf Pontarlier gedrängt, mußte Clinchant 1. — von hier aus mit 80 000 Mann Zuflucht in der Schweiz suchen. Auch B. wurde nach der Schweiz gebracht, wo er bald so weit genas, daß er u besserer Pflege nach Frankreich zurückkehren konnte. ach seiner Wiederherstellung übernahm B. im Juli 1871 das Kommando des 6. Armeekorps (Lyon) und nach der Reorganisation der Armee das des 14. Armeekorps (Grenoble) und das Gouvernement von Lyon. B. ist ein unerschütterlicher Anhänger des zweiten Kaiserreichs und schlug als solcher auch in einem Anfang 1875 veröffentlichten Briefe eine ihm angetragene Wahl in die Deputiertenkammer aus; im J. 1881 schied er aus dem aktiven Dienste und lebt seitdem in stiller Zurückgezogenheit.