Bourdon de l'Oise (Frangois Louis), Mitglied des franz. Nationalkonvents, Dantonist, geb. in der Mitte des 18. Jahrh. zu Remy bei Compiegne, studierte die Rechte, wurde Prokurator am Parlament zu Paris, wandte sich 1789 der Revolution mit Leidenschaft zu, half 10. Aug. 1792 die Tuilerien stürmen und verschaffte sich durch Betrug den Sitz im Konvent. Man bemerkte zwar später das Falsum, +* erfolgte keine offizielle Reklamation. In der ersammlung bewies sich B. als eifriger Revolutionär, stimmte für die Hinrichtung Ludwigs XVI. und betrieb vor andern die Insurrektion vom 31. Mai, die den Sturz der Girondisten herbeiführte. Hierauf erhielt er eine Mission in die Vendée, wo er sich mit dem extrem gesinnten Obergeneral Roussillon überwarf, diesem aber den Platz räumen mußte. Nach Paris zurückgekehrt, wurde er deshalb von Robespierre und Heébert als Moderierter aus dem Jakobinerklub ausgestoßen. Mit Mühe entkam er bei dem Sturz Dantons und Heberts der Rachsucht Robespierres. ne seinen Kopf fürchtend, betrieb er 8. und 9. hermidor aufs hettiafte den Sturz der Schreckensmänner und schlug vor, diejenigen kurzweg erschießen zu lassen, welche dem Konvent Gehorsam verweigern und für Robespierre Partei nehmen würden. Seit dieser Zeit zeigte sich B., ohne das revolutionäre System zu verlassen, als Feind der Klubs und Beschützer der Aristokraten und Priester. Infolge der Insurrektion vom 13. Vendemiaire ward er als Kommissar nach Chartres geschickt, wo er sich hart und brutal benahm. Dennoch ging er aus dem Konvent in den Rat der Fünfhundert über. Hier zeigte er sich als Verfolger der Republikaner und sich dem royalistischen Klub Clichy bei. as Direktorium, das sich wegen seiner heftigen Angriffe rächen wollte, brachte ihn nach den Ereignissen vom 18. Fructidor (4. Sept. 1797) auf die Proskriptionsliste. „B. ward nach Cayenne deportiert, wo er nach einigen Monaten zu Sinnamary starb.