FeedCavaignae (Jean Baptiste)
GeschichteBrockhaus 1882

Cavaignae (Jean Baptiste), Mitglied des franz. Nationalkonvents und General, geb. 1762 zu Gordon in der Rouergue, war Advokat beim Parlament zu Toulouse, als die Revolution von 1789 ausbrach. Als eifriger Anhänger derselben avancierte er bis zum Departementschef und wurde 1792 in den Konvent gewählt. Hier stimmte er für den Tod des Königs ohne Appellation und Aufschub und war zweimal Konventskommissar bei den Armeen, wo er sich sehr kompromittierte, seinen Sturz aber durch Ubertritt den Thermidoristen (s. unter Thermidor) abwandte. Nach einer abermaligen Sendung zur Mosel-Armee war er eben als General nach Paris zurückgekehrt, als der Aufstand der Bergpartei vom 1. Prairial des J. III (20. Mai 1795) losbrach. Der Konvent übertrug ihm den Befehl über die bewaffnete Macht; doch konnte C. nicht verhindern, daß die aufrührerische Menge in den Sitzungssaal des Konvents eindrang und entging selbst mit Mühe dem Tode. Am 13. Vendemiaire (5. Okt. 1795) focht er neben Barras und Bonaparte an der Spitze der Konventstruppen gegen die Sektionen und half den Konvent abermals retten. Während des Direktoriums war er Mitglied vom Rate der Fünfhundert, Stadtzolleinnehmer, Lotterieverweser, darauf Agent im Hafen von Maskat an der Küste Arabiens. Im J. 1806 berief ihn Joseph Napoleon nach Neapel und ernannte ihn zum Domänenverwalter. Unter Murat, Josephs Nachfolger, wurde C. Staatsrat, Kommandeur des Ordens beider Sicilien und Masoratsherr. Nach Frankreich zurückgekehrt und während der Hundert Tage Präfekt im Sommedepartement, mußte er beim Eintritt der zweiten Restauration als «Königsmördero nach Brüssel auswandern, wo er 24. März 1829 starb. Publizist, des vorigen ältester Sohn, geb. zu Paris 1801, studierte die Rechte, zeichnete sich in der Julirevolution von 1830 urch Unerschrockenheit aus, und bekämpfte dann als entschiedener Republikaner die Julirevolution. Bei Wiederherstellung der Nationalgarde wurde er Kapitän der Artillerielegion, in die sich 110 noch viele andere Mitglieder republikanischer Klubs aufnehmen ließen. Ihre im Okt. und Dez. 1830 angezettelten Unruhen scheiterten jedoch an der Haltung Lafayettes und des größten Teils der Bürgergarden. C. ward mit mehrern Genossen verhaftet, aber vom Geschworenengerichte Eereins der und entwickelte nun als Mitglied des zereins der Menschenrechte neue revolutionäre Thätigkeit. Die Unruhen im April 1834 zeigten die Ausdehnung dieser Verbindung, führten aber zuleich zu einer Krisis für die ganze republikanische ewegung in Frankreich. Nebst den übrigen Häuptern der Gesellschaft ward auch C. verhaftet. Er trat vor den Pairs als Wortführer der Angeklagten auf und war es besonders, der durch kühnen Trotz die Gewaltthätigkeiten hervorrief, welche die Gerichtssitzungen unterbrachen. Dem Urteile, dem er verfallen wäre, entzog er sich mit vielen andern Angeklagten 13. Juli 1835 durch die Flucht nach England, von wo er 1841 nach Paris zurückkehrte. Hier begann er in dem von ihm gegründeten Journal Réforme sogleich wieder seine Opposition gegen die Julidynastie. Er starb 5. Mai 1845. Er veröffentlichte«Dubois cardinal, ou tout chemin mène à Rome und „Une tuerie de Cosaques, scènes

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 85Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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