FeedDucos (Roger, Graf)
GeschichteBrockhaus 1882

Ducos (Roger, Graf), franz. Staatsmann, der nach dem 18.Brumaire mit Bonaparte und Sieyes das Konsulat bildete, war 1754 in der Gegend von Bordeaux geboren. Beim Ausbruche der Revolution Advokat, kam er 1792 in den Nationalkonvent und stimmte hier für die unbedingte Verurteilung Ludwigs XVI. Im Jan. 1794 zum Präsidenten des Jakobinerklubs gewählt, verstand er doch durch eine kluge Zurückhaltung die Katastrophe der Partei zu überdauern. Sein Einfluß begann nach der Empörung des 13. Vendemiaire wieder zu steigen. Als Mitglied des Rates der Alten ward er 4. Sept. 1797 dessen Präsident, wurde aber 1798 ausgeschlossen und zog sich in das Privatleben zurück, aus dem ihn Barras Juni 1799 zum Mitglied des Direktoriums erhob. Bei den Vorbereitungen zum Sturze der Regierung trat D. rückhaltlos den Entwürfen Sieyes' bei, wofür er nach der Katastrophe vom 18. Brumaire zum Mitgliede des provisorischen Konsulats gemacht wurde. Als er dann Lebrun sein Amt überlassen mußte, ward er als Vizepräsident in den Senat versetzt und bei Errichtung des Kaiserreichs in den Grafenstand erhoben, 1815 aber, nach Napoleons Rückkehr, zum Pair ernannt. Nach der zweiten Restauration mußte D. als sog. Königsmörder Frankreich verlassen und starb bei Ulm im März 1816 durch den Umsturz seines Wagens.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 614Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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