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ErdkundeBrockhaus 1882

Bovino, Stadt von (1881) 7494 C. in der ital. Provinz Capitanata oder Dahaia unweit rechts vom Cervajo und an der Eisenbahn Foggia-Neapel, auf einem östl. Vorberge des Apennin, der einen umfassenden Blick über die Apulische Ebene bis zum Adriatischen Meere gewährt. Der Dom ist ein interessantes altes Bauwerk; auch sind Ruinen einer Wasserleitung vorhanden. B. ist berüchtigt 80 seiner Beschützung der Briganten. ovist nennt man im gewöhnlichen Leben die Arten der Pilzgattungen Lycoperdon und Bovista aus der Familie der Gasteromyceten. Beide Gattungen sind dadurch charakterisiert, daß ihre Arten eine keulenförmige oder kugelige Gestalt besitzen und in der Jugend weiß und fleischig, zur Zeit der Sporenreife dagegen braun und lederartig sind. Die Sporen werden wie bei allen Gasteromyceten im Innern gebildet und zur Zeit der Reife durch ein an der Spitze des Pilzes gebildetes Loch entleert. Die Boviste sind allgemein bekannt, weil sie im Sommer und Herbst häufig auf grasigen Plätzen, in Wäldern u. s. w. vorkommen und durch die große Masse von Sporen, die durch den Wind als ein brauner Staub umhergetrieben werden, sofort auffallen. Die ganze weiße fleischige Masse, die sich im Jugendzustand im Innern findet, wird später zu einem leichten, braunen Sporenpulver, das von einem starkverzweigten fadigen Geflecht, dem sog. Capillitium, durchsetzt ist. Die Sporenmasse ist bei Lycoperdon von einer einfachen, bei Bovista von wei dicht aneinanderliegenden Häuten, den sog. Peridien, umschlossen. Die Größe der einzelnen Arten ist sehr wechselnd; abten⸗ z. B. Lycoperdon pusillum Batsch bloß erbsen⸗ bis walnußgroß wird, erlangt der in Gebirgsgegenden häufige L. Bovista L. (L. giganteum Batsch) manchmal einen Durchmesser von 60 em. Die gewöhnlichsten in Deutschland wachsenden Arten der Gattung Lycoperdon sind außer den beiden bereits genannten L. gemmatum Batsch und L. caelatum Fr.; von der Gattung Bovista sind am häufigsten B. nigrescens Pers. und B. plumbea Pers. Beide kommen auf trockenen Wiesen und Weideplätzen oft in großen Mengen vor. Von Lycoperdon sind etwa acht, von Bovista vier in Deutschland einheimische Arten bekannt; die meisten davon sind im Jugendzustand eßbar. Das Sporenpulver einiger Lycoperdonarten, hauptsächlich von L. Bovista, wird als blutstillendes Mittel in der Chirurgie und als Hausmittel verwendet; es wirkt in der Weise, daß es mit dem Blute schnell eine dicke Kruste bildet und so die Wunde verschließt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 413Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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