Brachvogel (Numenius] bildet eine Vogelgattung aus der Familie der Schnepfen. Die Gg vögel zeichnen sich aus durch einen langen, dünnen, abwärts gebogenen, runden, weichen, fast stumpfen Schnabel, dessen Oberkiefer mit verbreiterter glatter Spitze den Unterkiefer überragt. Die Nasenlöcher liegen in einer nicht ganz die Spitze des Schnabels erreichenden Furche; die Beine sind och, die Füße vierzehig, und die Vorderzehen durch eine Spannhaut vereinigt; die Hinterzehe tritt mit der Spitze auf; die Flügel sind groß und spitz. Die Brachvögel leben an Flußufern, Morästen, Seen, am Meeresstrande und auch auf feuchten Wiesen, wo 2 ihren weichen Schnabel leicht einsenken und ihre ahrung finden können. Sie nähren sich von Insektenlarven, Würmern, Schnecken und auch Beeren, wandern regelmäßig zwischen Norden und Süden und bilden während der Wanderung große Gesellschaften. Sie nisten auf feuchten Triften zwischen niedrigem Grase oder auf dem Usersande, und ihre Jungen vermögen fast unmittelbar nach dem Ausschlüpfen aus dem Ei schon ihre Nahrung sich zu In Europa enthält nur zwei Arten, den großen und den kleinen B. Der große B. (N. arquatus), auch die große Brachschneyf e genannt, bewohnt den Norden und ist vorzüglich in Schweden und Rußland gemein. Im September zieht er nach Nordafrika, Westasien und Südeuropa, bringt aber auch manchmal, wenn der Winter nicht u hart diesen im Innern Deutschlands zu. Das Flei 0 dieser Vögel gilt für sehr zart und wohlschmeckend; sie geben deshalb ein geschätztes Federwild ab. Der kleine B. (N. Phaeopus), welcher auch Regen-B. oder Regen-Brachschnepfe genannt wird, noch nördlicher als der große brütet und im Winter bis fast zum Aquator wandert, wird im September in Deutschland gesehen, wo er aber nicht überwintert. Beide Arten sind sehr scheu, vorsichtig und schwer zu schießen.