Calao oder Nashornvogel (Buceros) heißen etwa raben-bis truthahngroße, meist schön gefärbte Vögel der tropischen Miester der Alten Welt, welche den Tukans oder Pfefferfressern Amerikas entsprechen und wie diese sich durch einen ungeheuern, an den scharfen Rändern gezähnelten Schnabel auszeichnen, an dessen Wurzel die kleinen Nasenlöcher liegen. Meist trägt der hohle, nur mit weiten Knochenzellen ausgefüllte und deshalb leichte Schnabel einen hornartigen Auffatz oder hohen Kamm. Die kurzen Füße sind vierzehig, der Daumen nach 0 gerichtet, das Gefieder weich, die Flügel urz. Die C. leben in den Wäldern von Früchten und Samen, Insekten und Würmern auch von kleinen Tieren und von Aas. Es sind kluge, scheue, aber bösartige Vögel, die scharf beißen und sich besonders durch ihre seltsame Fortpflanzung auszeichnen. Sie nisten in Baumhöhlen, und das Weibchen wird, sobald es sich zum Brüten gesetzt hat, von dem Männchen förmlich eingemauert, sodaß nur eine kleine Offnung bleibt, durch welche es den Schnabel hervorstrecken kann. Das Wei chen verliert während des Brütens Flügel⸗ und Schwanzfedern und wird bis zum Ausfliegen der Jungen von dem Männchen gefuttert. Man hat zahlreiche Untergattungen und Arten unterschieden. Calas Heun ein Opfer des religiösen Fanatismus und einer demoralisierten Justiz geb. 19. März 1698 von prot. Eltern zu Lacaparede in Languedoc, lebte als Kaufmann zu Toulouse, wo er im Rufe eines rechtschaffenen Mannes stand. Am 13. Okt. 1761, als die Familie vom Abendessen aufgestanden, wurde der atteste Sohn des Hauses, Mare Antoine C., ein dem Spiele ergebener und in Schwermut versunkener junger Mann, in dem zßt, sind unter K aufzusuchen. Warenmagazin erhängt gefunden. Es war kein Zweifel, daß er selbst Hand an sich gelegt habe; allein das Volk beschuldigte den Vater und die übrigen Familienglieder dieses Mordes aus religiösem Eifer; denn es ging das Gerücht, der Sohn bene zum Katholizismus übertreten wollen. Man ehauptete sogar, daß ein anderer junger Mann, Namens Lavaysse, der am gedachten Abende bei Tische zugegen gewesen, von den Protestanten aus Guyenne belfew worden, um den Mord ausführen zu helfen. Die Mönche nahmen den Leichnam gleich dem eines Märtyrers in Beschlag, thaten auch alles Mögliche, um das Volk aufzuregen und in seinem Wahne zu bestärken. Die Weißen Büßer zu Toulouse hielten ihm glänzende Leichenfeierlichkeiten; die Dominikaner errichteten einen großen Katafalk, setzten ein Totengerippe darauf und gaben demselben in die eine Hand eine Palmenkrone, in die andere eine Akte, welche die Abschwörung des Protestantismus enthielt. Die Familie C. wurde verhaftet und ein Kriminalprozeß eingeleitet, in dem eine Menge verblendeter, vielleicht auch be-Maschuld Zeugen auftraten. Obgleich C. für seine Unschuld viele Gründe vorbrachte, so verurteilte ihn doch das Parlament zu Toulouse mit acht Stimmen gegen fünf zum Tode des Rades von unten auf nach vorhergegangener Tortur. Am 9. März 1762 litt C. mit großer Standhaftigkeit und unter der Beteuerung seiner Unschuld diesen schrecklichen Tod. Das Vermögen der Familie ward . . Der jüngste Sohn wurde auf ewig aus Frankreich verbannt; allein die Mönche bemächtigten sich seiner und brachten ihn in ein Kloster, wo er den Protestantismus abschwören mußte. Auch die Töchter wurden in ein Kloster gebracht. Der junge Lavaysse, der bis zum letzten Augenblicke der Wahrheit treu geblieben, wurde freigesprochen. Die Witwe, die in die Schweiz geflohen war, hatte das Glück, Voltaire zu Ferney fur ihr Schicksal zu interessieren. Dieser brachte die ganze Angelegenheit durch eine Schrift „Sur la tolérancen vor die öffentliche Meinung und zeigte, daß C. ein Opfer des Fanatismus geworden sei. Zugleich hielt man um eine Revision des Prozesses an, und das Parlament zu Paris erklärte 9. März 1765 nach der reiflichsten schuldig C. und seine Familie für vollkommen unschuldig. Ludwig XV. bewilligte der Familie eine Summe von 30000 Livres; allein weder das Parlament zu Toulouse noch der mitschuldige Klerus wurden wegen dieses Justizmordes zur Rechenschaft gezogen. Vgl. Coquerel, Jean C. et sa famillen (Par. 1858; 2. Aufl. 1870); „Jean C.v (im «Neuen Pitavalo 1. Folge, Bd. 4, 3. Aufl., Lpz. 1871). ö alascione, ein musikalisches Instrument, welches der Mandoline ähnlich und in Unteritalien