Bremerhaven, Hafenstadt an der untern Weser, 60 km unterhalb der Stadt Bremen, und an der Geestemündung, gegenüber Geestemünde (s. d.), gelegen, wurde 1827 von Bremen kann Emidn auf Anregung des Bürgermeisters Johann Smidt) auf einem von Hannover an letztere Stadt abgetretenen, 122 ha großen, seitdem auf 178 ha erweiterten Bezirke gegründet. Nachdem 1830 das mit einem Kostenaufwande von mehr als 600000 Thlrn. erbaute, 640 melange und ursprünglich 64 m breite, 1861 aber auf 130 m erweiterte und mit einer Schleuse von 12 m Weite versehene Bassin, das Schiffen bis zu 500 Last Tragfähigkeit einen sichern Liege⸗ und Löschplatz gewährt, der Weinel eröffnet worden, erhob sich hier in kurzem eine Kolonie von Ansiedlern, deren Zahl 1850 schon auf 3500 gestiegen war und es notwendig machte, dem Orte städtische Einrichtungen geben. Im Dez. 1871 betrug die Ein341.1425 bereits 10596, und 1880 hatte sie die Zahl 14239 erreicht. Das Aufblühen des bremer Handels veranlaßte jedoch bald die Anlage eines zweiten Bassins, welches mit einer Länge von 500 m (später um 300 m verlängert), einer Breite von 130 m und einer 25 m weiten, 8 m tiefen Flutheleuse 1851 dem Betriebe übergeben wurde und en größten Seeschiffen sichern Zugang gewährt. Ein drittes großes Bassin, etwa 660 m lang und 130 m breit, ist seit 1877 hergestellt. Die Hafenanlagen B.s erhalten eine wertvolle Ergänzung durch diejenigen des anstoßenden Geestemünde, welche beiden Orte äußerlich mehr und mehr zu Einer Stadt verwachsen, der sicher eine bedeutende Zukunft bevorsteht; 1880 liefen in den Hafen ein 1397 Schiffe von 852 958 t; aus 1627 Schiffe von 874 764 t. Die Reederei zählte 24 Schiffe von 23476 t. Außer den Hafenbassins befinden sich zu B. noch fünf Schiffswerften und zwei geräumige Drydocks längs der Geeste, in welche beladene Segel-H entloscht und selbst die großen Dampfer des orddeutschen Lloyd zur Reparatur eingeholt werden können. Auch besitzt die genannte große Reedereigesellschaft seit neuester Zeit ein eigenes großartiges Trockendock in unmittelbarem Anschluß an das Hafenbassin. Zur Sicherung der Schiffahrt besitzt der Hafenort zwei Leuchttürme. Der 1. Dez. 1856 vollendete, 30 m hohe, pyramidenförmige Leuchtturm auf der Mellumplate in der Wesermündung gehört zu den vorzüglichsten Bauwerken in seiner Art. Mit Bremen ist B. durch Telegraphen und seit w1862 auch durch Eisenbahn verbunden. Im J. 1863 wurde der riesige Kran am neuen Hafen, mit einer Tragkraft von 120000 Pfd., erbaut. Unterhalb B.s ist die Weser durch die vom Reiche angefeladlichen 2 auf dem sog. An gegen feindlichen Angriff gesperrt. B. ist der eigentliche Seehafen von Bremen (s. d.). Übrigens beschränkt sich der Verkehr B.s doch wesentlich auf die unmittelbar der Seeschiffahrt dienenden Geschäfte und Gewerbe, während das Lenteri0 Warengeschäft und alle großen, dem bremer Handel dienenden Ctadtaer in Bremen selbst ihren Sitz haben. Die tadtgemeinde unterhält aus eigenen Mitteln und teilweise mit Hilfe von Staatszuschüssen neben Volksschulen eine Realschule, ein Hospital und andere gemeinnützige Anstalten. Die Stadt hat zwei prot., eine röm.⸗kath. Kirche und ein Theater. (Vgl. Karte: Nordsee.)