Bromme (Karl Rud.), genannt Brommy, 1849—53 Admiral der deutschen Reichsflotte, geb. 10. Sept. 1804 zu Anger bei Leipzig, ging aus Neigung für das Seewesen 1817 nach Hamburg, wo er sich theoretisch ausbildete, um dann auf Kauffahrern unter amerik. Flagge die seemännische — zu beginnen. Er besuchte fast alle Meere der Erde, folgte dann dem Lord Cochrane nach Griechenland, wo er 1827 zum ersten Lieutenant der Fregatte Hellas 1828 zum Fregattenkapitän ernannt wurde und si bis zur Beendigung des Kriegs 1829 an einer Reihe von Gefechten und Expeditionen beteiligte. Nachdem er hierauf einige Zeit als Flaggenkapitän des Admirals Miaulis gedient, erfolgte 1831 seine Berufung ins griech. Marineministerium, wo er bei der Organisation der Marine thätig war. Unter König Otto führte er einige Zeit den Befehl über das Dampfschiff Hermes, ging aber 1833 wieder in die Marineverwaltung über, bis er Kommandant der Militärschule im Piräus wurde, die nach der Revolution von 1843 aufgelöst wurde. Infolge dessen zur Disposition bestelt. benutzte B. seine Muße zu litterarischen Arbeiten und verfaßte unter anderm das treffliche Buch Die Marinep (Berl. 1848; neu bearbeitet von Heinr. von Littrow, Berl. 1865, und von Kronenfels, Lpz. 1875), welches seine Berufun durch die Marinekommission der deutschen Nationalversammlung veranlaßte. B. traf im Jan. 1849 in Frankfurt a. M. ein, trat in die technische Abteilung der Marinekommission und wurde zugleich im Reichsministerium als Referent verwandt. Im März schickte man ihn als Reichskommissar der Marine nach Bremerhaven, wo er die Herstellung der deutschen Flotte und die Gründung eines Seearsenals übernahm. B. entwickelte in dieser Stellung eine energische Thätigkeit, sodaß er im April zum Seekapitän in der Racerien und zum Seezeugmeister für die Nordseeküste ernannt wurde. Am 4. Juni war er bereits im Stande, mit drei Reichsdampfern das überlegene dän. Blockadegeschwader anzugreifen und von der Wesermündung zurückzuschlagen. Er wurde 19. Aug. 1849 vom Reichsverweser zum Kommodore, 21. Nov. zum Kontreadmiral erhoben. Der Bundestag beschloß jedoch schon 2. April 1852 die Auflösung der Flotte, und während die Schiffe Gefion und Barbarossa käuflich an Preußen übergingen, mußte der bundestägliche Kommissar Dr. Hannibal Fischer den Rest einer öffentlichen Versteigerung unterwerfen. Nachdem 1. Mai 1853 die Marinebehörde des Bundes aufgelöst worden, erhielt auch der Admiral 30. Juni seinen Abschied. B. lebte anmai Privatmann zu Bremerhaven, trat sodann im Mai 1857 in österr. Dienst als Chef der technischen Abteilung in der Admiralitätssektion, legte aber bald diese Stelle nieder und brachte die letzte Zeit seines Lebens in dem hannov. Dorfe St. Magnus unterhalb Bremen zu, wo er 9. Jan. 1860 starb.