FeedHirschfeld (Moritz von)
GeschichteBrockhaus 1882

Hirschfeld (Moritz von), Sohn des vorigen, geb. 23. Juli 1790, trat 1803 in das Kadettenkorps, 1804 in das Regiment Garde zu Fuß, nahm am Zuge des Herzogs Deuten Wilhelm von Braunschweig 1809 teil und entkam nach England, kämpfte darauf in Spanien, wo er bei Plaa leicht, 1811 bei Figueras und Murviedro schwer verwundet wurde, in Kriegsgefangenschaft geriet, 1812 jedoch entkam und dann bis 1815 im span. Dienste blieb. Nach dem zweiten Pariser Frieden wurde H. als Major in der preuß. Armee wieder angestellt, führte 1849 als Generallieutenant im bad. Feldzuge das 1. preuß. Korps und rückte 13. Juni in die bayr. Pfalz ein, überschritt 20. Juni bei Germersheim den Rhein und lieferte die Gefechte bei Waghäusel, Übstadt, Durlach und Kuppenheim. Nach der Beendigung des Feldzugs wurde H. kommandierender General des 8. Armeekorps in Koblenz und starb in dieser Stellung 13. Okt. 1859. — Ein älterer Bruder, Eugen von H., geb. 1784, trat 1795 als Junker in die preuß. Armee, kämpfte bei Auerstädt 1806, wurde bei Waren verwundet und bei Lübeck gefangen genommen, entkam jedoch und bildete ein Freikorps, mit welchem er 1807 in der Mark und in Schlesien den Kampf fortsetzte. Im J. 1809 nahm er ebenfalls am Zuge des Herzogs Friedrich Wilhelm von Braunschweig teil, entkam nach England, trat als Major in brit. Dienst und wurde 1810 nach Spanien gesendet, wo er die Vorhut des Generals Sarsfield führte, aber 16. Jan. 1811 infolge einer tags zuvor bei Plaa empfangenen schweren Verwundung starb. Vgl. von Holleben, «Erinnerungen an Eugen und Moritz von H.v (Berl. 1863).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 262Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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