FeedBatsch (Karl Ferd.)
GeschichteBrockhaus 1882

Batsch (Karl Ferd.), deutscher Vizeadmiral, geb. 10. Jan. 1831 zu Eisenach, besuchte bis zum 14. Funur die Schule seiner Vaterstadt, später das ymnasium zu Erfurt und ging 1846 als 15jähriger Sekundaner zur See. Von seiner ersten 9410 ßen Reise, die er auf der preuß. Bark Elisabeth nach Ostindien und China machte, e bemn Ar trat er 1848 als Matrose zweiter Klasse beim Marinebataillon zu Stettin ein, wurde dann als Midshipman in die Flotte der Vereinigten Staaten kommandiert, besuchte später rog mehrfachen Übungsfahrten am Bord der nordamerik. Fregatte Lawrence, des Adler und des Merkur die Marineschule zu Stettin und wurde, nachdem er sich auf seinen weitern Reisen als ein ebenso umsichtiger als unerschrockener Offizier bewährt hatte, 1856 zum Lieutenant zur See erster Klasse ernannt. Nach einer zweijährigen (1860—61) Dienstleistung in der 1** Flotte wurde er 1862—64 als Adjutant beim Oberkommando der Marine verwendet und fand im April 1864 wiederholt Gelebdie dän⸗ am Bord der Grille an Gefechten gegen die dän. Flotte teilzunehmen. Im Mai desselben Jahres wurde er zum Korvettenkapitän befördert, kommandierte 1864—65 die Victoria und 1865— 67 das Kadettenschiff, bis er zum Chef des Stabes beim Oberkommando der Marine ernannt wurde. Er begleitete 1870, zum Kapitän zur See avanciert, als Chef des Stabes das Geschwader des Prinzen Adalbert von Preußen nach den Azoren, mußte jedoch wegen des Ausbruchs des Deutsch-Französischen —— R die Reise unterbrechen und nahm wieder seine Stellung im Oberkommando ein, das zu einer Kommandoabteilung des Marineministeriums umgeformt wurde. Im J. 1871 unternahm B. mit den Schiffen Vineta und Gazelle eine zweijährige Expedition nach Westindien, wurde 1873 zum Chef des Stabes der Admiralität und 1875 zum Kontreadmiral ernannt, befehligte 1876 —78 als Geschwaderchef mehrere Expeditionen nach dem Mittelmeer, von denen die letzte durch den Untergang des Großen Kurfürsten bei Folkestone 31. Mai 1878 ein trauriges Ende fand. Von vielen Seiten wurde B. als Hauptschuldiger für die Katastrophe verantwortlich gemacht, weil man die Ursache des 3 m der von 10 der beiden Panzerschiffe lediglich in der von ihm befohlenen — geringen Distanz derselben finden zu müssen glaubte, der Chef der Admiralität von Stosch verteidigte 1650 im Reichstage das Verhalten B.s auf das ebhafteste und schob die Schuld des Unglücks ausschließlich auf die mangelhafte ade 3 wene der ge-Peachem Befehle. Trotzdem wurde B. wegen Nicht eachtung der Vorschriften über die einzuhaltende sechs M. r schuldig erklärt und im Juli 1879 zu sechs Monaten Festung verurteilt. Der Kaiser beberselb. das Urteil, begnadigte aber B., nachdem elbe erst zwei Wochen seiner Haft auf der Festung Magdeburg verbüßt hatte, und ernannte ihn sogar unmittelbar darauf zum Departementsdirektor in der Admiralität, 1880 zum Vizeadmiral und 1881 zum Chef der Marinestation der Ostsee. ‚

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 558Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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