FeedBoué (Ami)
Bildende KunstBrockhaus 1882

Boué (Ami), deutscher Naturforscher, besonders als Geognost ausgezeichnet, geb. 16. März 1794 zu Hamburg, entstammte einer franz. Emigrantenfamilie, erhielt seine erste Erziehung im Burmeisterschen Pensionat seiner Vaterstadt, seine weitere Vildung im elterlichen Hause und studierte seit 1812 in Genf, Paris, un Schoth und Berlin. Nachdem er vier Sommer in Schottland verlebt hatte, ging er nach Paris und Bordeaux, wurde mehrere male zum Präsidenten der von ihm . elbst mitgegründeten Geologischen Gesellschaft zu Paris gewählt, und durchforschte bis 1839, außer großen Teilen Englands, das nördl. und westl. Irland, Frankreich mit den Pyrenäen, die Alpen der Schweiz und Savoyens, Belgien, fast ganz Deutschland und die Kronländer der österreichischen Monarchie, Italien und die in geognost. Beziehung damals noch kaum beschriebene europ. Türkei. Später siedelte er nach Wien über, wo er 22. Nov. 1881 starb. Als seine bedeutendsten Arbeiten sind hervorzuheben: Essai géologique sur I'Ecosser (Par. 1820), das „Geognost. Gemälde von Deutschlando (herausg. von Leonhard, Frankf. a. M. 1829), vor allem aber WLa Turquie d'Europer (4 Bde., Par. 1840), Recueil d'itinéraires dans la Turquie d'Europes (2 Bde., Wien 1850) und «Guide du géologue-voyageur (2 Bde., Par. 1836). Viele Beiträge geolog. und geognost. Inhalts hat B. zu franz., engl. und deutschen Fachzeitschriften geliefert. Seit 1848 wirkliches Mitglied der Akademie der Wissenschaften in Wien, veröffentlichte er auch verschiedene Monographien teils zur Kunde der anost. Verhältnisse des österr. Kaiserstaats, teils über vulkanische und meteorolog. Erscheinungen in den „Sitzungsberichteno und Denkschrifteno derselben.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 391Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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